Zentralverband für Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik

Zeit zu feiern

Der Zentralverband für Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik feierte in Berlin sein 150-jähriges Bestehen. Rund 75 Gäste kamen in den Sarotti-Höfen zusammen. Ein Abend mit Uhrmacherkunst, Saxophonklängen und einem Blick auf die Zukunft des Handwerks.

22. Sep. 2026 Caroline Schiedt
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Wer 150 Jahre alt wird, darf ordentlich feiern. Und genau das tat der Zentralverband für Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik am 19. September in Berlin: entspannt, herzlich und mit rund 75 Mitgliedern, Partnern und Unterstützern. Der Ort war mit Bedacht gewählt. In Berlin hatte der 1876 gegründete Bundesinnungsverband des Uhrmacherhandwerks seine erste Geschäftsstelle. Für das Jubiläum ging es ins Schmelzwerk in den Sarotti-Höfen in Kreuzberg. Drinnen wartete das Buffet, draußen die Grillstation, dazu Saxophonklänge und eine wunderbar laue Spätsommernacht.

150 Jahre Uhrmachergeschichte

Ein bisschen offizielles Programm gehörte bei diesem Geburtstag natürlich dazu. ZV-Präsident Albert Fischer begrüßte die Gäste und dankte vor allem den Partnern, ohne deren Unterstützung viele Aktivitäten des Verbandes von der Ausbildungsoffensive bis zum Uhrmacher-Mobil nicht möglich wären.

Festredner des Abends war Uhrenexperte Gisbert L. Brunner. Und 150 Jahre Uhrmachergeschichte geben schließlich einiges her. Brunner spannte den Bogen von den Forderungen der Verbandsgründer nach Solidität und umfassender Fachbildung bis in die Gegenwart. Gerade in einer Welt von Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz sieht er eine wachsende Sehnsucht nach Dingen, die real sind, die sich öffnen, verstehen und vor allem reparieren lassen. Seine Botschaft an die Uhrmacherinnen und Uhrmacher: Ein Handwerk, das Präzision, Wissen und die Fähigkeit zum Erhalten verbindet, wird gebraucht.

Ein größeres Präsidium

Grund zum Feiern gab es an diesem Tag gleich doppelt. Bereits vor dem Fest hatte die Delegiertentagung des Zentralverbandes stattgefunden. Albert Fischer wurde als Präsident wiedergewählt, ebenso wurden Timo Boxberg als Vizepräsident und Manuel Philipp im Präsidium bestätigt. Neu hinzu kamen Andreas Triffterer und Jochen Weiss. Damit wächst das Führungsgremium von drei auf fünf Mitglieder. Der Verband will sich damit unter anderem bei Ausbildungsförderung, Zertifizierung, Öffentlichkeitsarbeit und Ersatzteilversorgung breiter aufstellen.

Nachwuchs im Blick

Und auch ganz praktisch ließ sich erleben, wie der Verband Nachwuchs für das Uhrmacherhandwerk begeistern will. Das Uhrmacher-Mobil war in den Sarotti-Höfen vorgefahren, und Uhrmachermeister Michael Manßhardt gab Einblicke in die mobile Werkstatt. Die Nachwuchsinitiative „… und wie tickst du?“ war an diesem Abend ohnehin kaum zu übersehen.

Bestens vorbereitet hatten das Jubiläum ZV-Geschäftsführer Joachim Dünkelmann und Anika Schmitz. Später wurde gegessen, geredet und viel gelacht. Über den alten Backsteinfassaden leuchtete weithin sichtbar das Zeichen des Zentralverbandes. Und irgendwann schaute niemand mehr auf die Uhr. Wenn das kein Kompliment für einen Uhrmacherverband ist.

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