Hintergrund sind europäische Pläne für eine Digitalsteuer

Trump droht mit 100-Prozent-Zöllen: Folgen für die Schmuck- und Uhrenbranche möglich

Mit der Ankündigung von Strafzöllen auf Importe aus Ländern mit Digitalsteuern sorgt US-Präsident Donald Trump für neue Unsicherheit im transatlantischen Handel. Auch die europäische Schmuck- und Uhrenindustrie könnte betroffen sein.

29. Juni 2026 Christian Lücke
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US-Präsident Donald Trump hat europäischen Staaten mit Strafzöllen von bis zu 100 Prozent auf Warenexporte in die USA gedroht. Hintergrund sind geplante oder bereits bestehende Digitalsteuern, mit denen mehrere Länder große US-Technologiekonzerne stärker besteuern wollen. Nach Trumps Ankündigung würden entsprechende Zölle bestehende Handelsabkommen ersetzen und für sämtliche Waren aus den betroffenen Ländern gelten.

Nachteil für die Branche: USA unter den Top-Absatzmärkten

Für die Schmuck- und Uhrenbranche hätte eine Umsetzung der angekündigten Zölle erhebliche Auswirkungen. Die USA zählen für zahlreiche europäische Hersteller zu den wichtigsten Absatzmärkten. Betroffen wären zunächst vor allem Hersteller aus den Ländern, gegen die die Maßnahmen tatsächlich verhängt würden. Europäische Schmuckunternehmen und Zulieferer mit einem starken US-Geschäft müssten sich auf steigende Importkosten einstellen.

Keine Auswirkungen auf die Schweiz, dafür aber womöglich auf Deutschland

Für die Schweizer Uhrenindustrie ergeben sich aus der aktuellen Ankündigung keine unmittelbaren Folgen, da sich die Drohung an Länder mit Digitalsteuer richtet und die Schweiz derzeit keine entsprechende Abgabe erhebt. Eine Ausweitung des Handelskonflikts könnte jedoch auch den Schweizer Exportsektor indirekt belasten.

Konkret richtet sich Trumps Vorstoß gegen Länder, die Digitalabgaben für große US-Plattformunternehmen wie Google oder Meta einführen oder planen. In Deutschland wird eine solche Abgabe derzeit erneut diskutiert. Auch Österreich erhebt bereits seit mehreren Jahren eine Digitalsteuer, während ähnliche Modelle in weiteren europäischen Staaten existieren. Betroffen wären auch Länder wie Frankreich, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich, die bereits Digitalsteuern eingeführt haben oder entsprechende Modelle verfolgen.

Auch Einflüsse auf den Edelmetallhandel möglich

Auch der Edelmetallhandel könnte indirekt unter den angekündigten Maßnahmen leiden. Neue Handelsbarrieren würden die internationalen Lieferketten zusätzlich belasten und könnten die ohnehin angespannte Situation an den Rohstoffmärkten weiter verschärfen. Bereits in den vergangenen Monaten hatten geopolitische Unsicherheiten und wechselnde Zollankündigungen für starke Schwankungen bei Goldpreisen und Währungskursen gesorgt.

Bisher nur eine Drohung

Ob die angekündigten Strafzölle tatsächlich in Kraft treten, ist derzeit offen. Bereits in der Vergangenheit hatte Trump vergleichbare Drohungen gegenüber Großbritannien ausgesprochen, nachdem dort eine Digitalsteuer eingeführt worden war. Damals kam es letztlich nicht zu einer Umsetzung.

Für die europäische Schmuck- und Uhrenbranche bleibt die Entwicklung dennoch aufmerksam zu beobachten. Gerade Hersteller mit einem hohen Exportanteil in die USA dürften die handelspolitischen Signale aus Washington genau verfolgen, da neue Zölle erhebliche Auswirkungen auf Preise, Nachfrage und Lieferketten haben könnten.

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