Rückgang des Exportwerts um 16,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat

Schweizer Uhrenexporte brechen im April ein

Die Schweizer Uhrenindustrie verzeichnet im April 2026 einen deutlichen Rückgang. Vor allem der US-Markt belastet die Exportstatistik, während China und Hongkong wieder zulegen.

03. Juni 2026 Christian Lücke
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Die Schweizer Uhrenexporte sind im April 2026 deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie FH sank der Exportwert gegenüber dem Vorjahresmonat um 16,6 Prozent auf 2,13 Milliarden Schweizer Franken. Für die ersten vier Monate des Jahres ergibt sich damit ein kumulierter Rückgang von 3,9 Prozent.

Starker Rückgang auf dem US-Markt

Hauptursache für das schwache Ergebnis ist die Entwicklung auf dem wichtigsten Exportmarkt der Branche. Die Ausfuhren in die USA brachen um 56,4 Prozent ein. Allerdings verweist die FH auf einen außergewöhnlich hohen Vergleichswert aus dem Vorjahr. Damals hatten zahlreiche Hersteller ihre Lieferungen vorgezogen, nachdem höhere US-Zölle angekündigt worden waren. Trotz des aktuellen Einbruchs liegt der US-Markt langfristig betrachtet weiterhin 8,9 Prozent über dem Niveau von April 2024.

Edelmetalluhren am schwächsten

Die Exportschwäche zeigte sich über nahezu alle Segmente hinweg. Besonders stark betroffen waren Uhren aus Edelmetallen, deren Exportwert um 24,3 Prozent sank. Stahluhren verloren 18,1 Prozent, während Bicolor-Modelle aus Gold und Stahl um 9,8 Prozent nachgaben. Einzig die Kategorie „andere Metalle“ konnte mit einem Plus von 10 Prozent zulegen, spielt mengenmäßig jedoch eine vergleichsweise geringe Rolle.

Insgesamt wurden im April rund 1,17 Millionen Armbanduhren exportiert, ein Minus von zehn Prozent beziehungsweise 129.000 Uhren gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders stark fiel der Rückgang im hochpreisigen Segment aus: Uhren mit einem Exportpreis von mehr als 3.000 Franken verloren wertmäßig 19 Prozent.

Asiatischer Markt gibt Aufwind

Positive Signale kamen dagegen aus mehreren asiatischen Märkten. China verzeichnete ein Plus von 17,1 Prozent, Hongkong legte um 13,5 Prozent zu und Singapur um 17,3 Prozent. Auch Frankreich zeigte mit einem Zuwachs von 46,3 Prozent eine auffällige Entwicklung, die laut FH jedoch nicht die tatsächliche Marktsituation widerspiegelt. Rückgänge wurden hingegen in Japan (-12,1 Prozent), Großbritannien (-9,7 Prozent), Deutschland (-6,4 Prozent) sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten (-9,5 Prozent) registriert.

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen einmal mehr die hohe Bedeutung einzelner Schlüsselmärkte für die Schweizer Uhrenindustrie. Während sich die Nachfrage in Teilen Asiens erholt, bleibt die Entwicklung in den USA ein entscheidender Faktor für die weitere Exportentwicklung im Jahr 2026.

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