LVMH, Hermès, Kering & Richemont
Raketenangriffe im und vom Iran belasten Luxusbranche
Bild: Der Aktionär
Zuerst berichtete vom Kurssturz „Der Aktionär“. Hintergrund der aktuellen Werteinbußen der Aktien jener Luxusgüterkonzerne sind Raketenangriffe des Iran auf Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Katar, nachdem die USA und Israel ihrerseits den Iran angegriffen hatten. Der Nahe Osten gilt als eine Region, die für viele Luxusmarken längst zu einem der wichtigsten Absatzmärkte zählt.
Vor allem Dubai hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Drehkreuz für den globalen Luxuskonsum entwickelt. Unter Berufung auf Luca Solca, Analyst für den globalen Luxussektor bei Bernstein Research, beherberge die Metropole häufig den umsatzstärksten Store einzelner Marken weltweit, schreibt „Der Aktionär“. Insgesamt stehe die Golfregion für rund sieben bis acht Prozent der globalen Luxusausgaben und erreiche damit eine ähnliche Bedeutung wie der japanische Markt. Die aktuellen Entwicklungen treffen die Branche daher an einem empfindlichen Punkt.
Weniger internationale Shoppingtouristen
Die Folgen der aktuellen Entwicklungen seien bereits spürbar: Internationale Flughäfen in Dubai sind zeitweise geschlossen, der Luftraum über Teilen der Region gesperrt und zahlreiche Flugverbindungen ausgesetzt. Damit bricht vorerst ein wichtiger Strom internationaler Shoppingtouristen aus Europa, Russland und Asien weg. Branchenexperten warnen, dass ein längerer Konflikt sowohl die regionale Nachfrage als auch die globale Konsumstimmung dämpfen könnte.
Hinzu kommt, dass der Zeitpunkt besonders kritisch ist. Die Eskalation fällt in den Ramadan – eine Phase, in der Reisen und Konsum traditionell zunehmen. Analyst Piral Dadhania von der kanadische Bank RBC, die Rating-Einstufungen von Luxusgüterkonzernen erstellt, verweist zudem auf mögliche langfristige Effekte: Sollten Unsicherheiten anhalten, könnten wohlhabende Konsumenten aus dem Nahen Osten ihre Reisepläne nach Europa überdenken. Für europäische Luxusdestinationen wäre das problematisch, da ein erheblicher Teil des Umsatzes im Schmuck- und Uhrenhandel stark vom internationalen Tourismus abhängt.
Unklare Dauer des Konflikts
Die Branche steht damit vor einer weiteren Belastungsprobe. Neben geopolitischen Risiken schwächelt bereits die Nachfrage in China, während globale Konjunktursorgen und Handelskonflikte die Planungssicherheit erschweren. Wie stark sich die aktuelle Krise auf den Luxusmarkt auswirken wird, sei aber noch nicht abzusehen, insbesondere, weil Dauer und Ausmaß des Konflikts völlig offen sind.
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