Zu sehen im National Museum of Modern Art in Kyoto

Pforzheimer Schmuckkunst reist nach Japan

Rund 20 bedeutende Designstücke aus dem Schmuckmuseum Pforzheim werden in Japan präsentiert. Die Ausstellung „Reflections in Jewellery: Memory and Identity“ beleuchtet die Entwicklung zeitgenössischer Schmuckkunst und den künstlerischen Austausch zwischen Japan und Europa.

28. Okt. 2026 Christian Lücke
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Das National Museum of Modern Art in Kyoto (MoMAK) widmet sich in einer umfangreichen Ausstellung der Schmuckkunst der Nachkriegszeit. Rund 350 Exponate zeigen, wie sich Schmuck als eigenständige künstlerische Ausdrucksform entwickelt hat – betrachtet aus einer spezifisch japanischen Perspektive. Das Schmuckmuseum Pforzheim ist mit rund 20 hochkarätigen Leihgaben vertreten.

Die Ausstellung zeichnet unter anderem nach, wie zeitgenössischer Schmuck in Japan Fuß fasste. Dort war das Tragen von Schmuck lange Zeit wenig verbreitet. Erst mit der Gründung eines Verbands von Schmuckdesignern im Jahr 1964 und dem zunehmenden Einfluss westlicher Gestaltungsideen setzte ein Wandel ein. Ende der 1970er-Jahre etablierte sich zeitgenössische Schmuckkunst zunehmend als eigenständige Disziplin, bei der nicht mehr allein der Materialwert, sondern vor allem die gestalterische Idee im Mittelpunkt stand.

Schmuckkunst im internationalen Dialog

Eine wichtige Rolle spielte dabei auch das Schmuckmuseum Pforzheim. Dessen langjähriger Leiter Fritz Falk initiierte 1967 die Ausstellung „Schmuck ’67. Tendenzen“, die zeitgenössische japanische Schmuckkunst einem europäischen Publikum näherbrachte. Einige der damals gezeigten Arbeiten kehren nun als Leihgaben nach Japan zurück, darunter Werke von Yasuki Hiramatsu und Yasuhiko Hishida.

Weitere Exponate stammen unter anderem von Reinhold Reiling, Hermann Jünger, Sigurd Persson, Bruno Martinazzi und Mario Pinton. Auch das Lenbachhaus und private Leihgeber beteiligen sich an der Ausstellung.

„Dass einige unserer Stücke in ihr Ursprungsland zurückkehren und die Entwicklungen in Europa solchen Einfluss auf Japan hatten, ist ein faszinierender Aspekt zeitgenössischer Schmuckkunst“, erklärt Museumsleiterin Friederike Zobel. Die Einladung zur Beteiligung an der Ausstellung sei für das Schmuckmuseum eine besondere Freude.

Termine und Orte der Ausstellung

Die vom MoMAK kuratierte Schau ist vom 24. Oktober 2027 bis zum 17. Januar 2028 in Kyoto zu sehen. Anschließend wandert sie ins Iwami Art Museum (20. März bis 14. Juni 2028) und ins Yamanashi Prefectural Museum of Art (3. Juli bis 29. August 2028).

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