Ausstellung ab 1. November

Vivi Touloumidi: Schmuck als Statement

Das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau widmet der 11. Hanauer Stadtgoldschmiedin Vivi Touloumidi eine Einzelausstellung. „Am Freitag“ zeigt Schmuck zwischen Kunst, Identität und gesellschaftlichem Diskurs.

19. Okt. 2026 Christian Lücke
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Vom 1. November 2026 bis zum 11. April 2027 präsentiert das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau die Ausstellung „Am Freitag“ mit Arbeiten der griechischen Schmuckkünstlerin Vivi Touloumidi. Die 2025 zur 11. Hanauer Stadtgoldschmiedin ernannte Künstlerin (*1977 in Athen) erhält damit erstmals in Deutschland eine umfassende Werkschau.

Für Touloumidi ist Schmuck weit mehr als ein dekoratives Accessoire. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen, mit Zugehörigkeit und Ausgrenzung, Identität und Widerstand. Dabei untersucht sie die historischen und sozialen Bedeutungen von Materialien und Objekten und hinterfragt traditionelle Hierarchien zwischen Kunst, Gestaltung und Handwerk. Ihre künstlerische Praxis verbindet theoretische Recherche mit handwerklicher Arbeit am Werktisch sowie mit Poesie, Sprache und Aktivismus.

Schmuck als persönliches und kollektives Archiv

Der Ausstellungstitel „Am Freitag“ verweist auf den griechischen Vornamen Paraskevi, den sowohl die Künstlerin als auch ihre Großmutter tragen. Übersetzt bedeutet er Freitag, steht aber auch für Vorbereitung, Sammeln und Anordnen. Diese Begriffe spiegeln Touloumidis Arbeitsweise wider: Sie sammelt Beobachtungen, ordnet historische Spuren neu und übersetzt sie in zeitgenössische Schmuckobjekte. Schmuck versteht sie dabei als Medium, das den Körper sichtbar macht und zugleich als Archiv gesellschaftlicher Erfahrungen fungiert.

Nach einer Goldschmiedeausbildung in Athen studierte Touloumidi in Halifax, Pforzheim und Stockholm. Von 2018 bis 2022 promovierte sie in Kooperation mit dem Antwerp Research Institute for the Arts (ARIA) in Belgien, wo sie seit 2020 auch lehrt. Ihre Arbeiten befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Schmuckmuseums Pforzheim und des Ilias Lalaounis Jewelry Museum in Griechenland.

Ausstellung mit Begleitprogramm

Die Ernennung zur Hanauer Stadtgoldschmiedin würdigt seit 2004 herausragende künstlerische, gestalterische und handwerkliche Leistungen im Schmuckbereich. Mit der Auszeichnung ist ein mehrwöchiger Arbeitsaufenthalt in Hanau verbunden, bei dem die ausgezeichneten Schmuckschaffenden auch ihr Wissen an Schüler der Staatlichen Zeichenakademie weitergeben.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 1. November 2026, um 14 Uhr feierlich eröffnet. Begleitend finden zwei kuratorische Führungen statt: am 15. November 2026 mit Museumsleiter Malte Guttek und am 28. Februar 2027 mit Ruth Rubin Schneider, jeweils um 15 Uhr. Zum Abschluss der Ausstellung am 11. April 2027 ist um 15 Uhr ein Artist Talk mit Vivi Touloumidi geplant.

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