Herkunft als Verkaufsargument
„Made in India“ soll Vertrauen schaffen
v. l. n. r.: Sabyasachi Ray; K. P. Abdul Salam; Kirit Bhansali; Chirag Paswan; Paul Rowley; Lamon Rutten
Bild: GJEPC
Indien will die Wahrnehmung seiner Schmuck- und Edelsteinindustrie auf den internationalen Märkten grundlegend verändern, schreibt der Chairman des Gem & Jewellery Export Promotion Council (GJEPC) in einer Pressemitteilung. Statt vor allem als Fertigungszentrum wahrgenommen zu werden, soll sich das Land stärker als Herkunft international begehrter Schmuckmarken etablieren. „Made in India“ soll dabei für Vertrauen, Qualität, Innovation und Verlässlichkeit stehen.
Diesen Anspruch formulierte Chirag Paswan, indischer Minister für die lebensmittelverarbeitende Industrie, Anfang August in Mumbai. Die indische Schmuckbranche spiele eine wichtige Rolle dabei, die „Brand India“ weltweit zu stärken. Paswan appellierte an die Unternehmen, höchste Standards bei Qualität und Handwerkskunst einzuhalten, damit Produkte aus Indien dauerhaft das Vertrauen internationaler Verbraucher gewinnen.
Herkunft indischen Schmucks soll zum Verkaufsargument avancieren
Der Vorstoß trifft einen wesentlichen Punkt für die weitere Entwicklung der indischen Schmuckindustrie. Das Land verfügt über enorme Fertigungskapazitäten und eine lange handwerkliche Tradition. Nun soll die Herkunft selbst stärker zum Verkaufsargument werden. Damit rücken neben Produktionskompetenz Faktoren wie eigenständiges Design, Markenbildung, Nachhaltigkeit und die internationale Präsenz indischer Unternehmen in den Vordergrund.
Vom Produzenten zur eigenen Marke
Kirit Bhansali, Chairman des Gem & Jewellery Export Promotion Council (GJEPC), sieht Indien bereits auf dem Weg vom globalen Fertigungszentrum zu einer führenden Kraft der internationalen Schmuck- und Edelsteinbranche. Als Indizien nennt der Verband unter anderem die wachsende Präsenz indischer Unternehmen im weltweiten Einzelhandel sowie die stärkere Vertretung des Landes in internationalen Branchenorganisationen. Indien hat 2026 zudem den Vorsitz im Kimberley-Prozess inne.
Qualität und Nachhaltigkeit gehörten zu wichtigen Bausteinen
Wie entscheidend der Aufbau eigener Marken werden könnte, unterstrich auch K. P. Abdul Salam, Vice Chairman der Malabar Group. Die indische Branche habe sich von der Fertigung für internationale Marken zunehmend zur Entwicklung eigener Marken bewegt, die weltweit Anerkennung finden sollen. Qualität, Innovation, Nachhaltigkeit und Design werden damit zu wichtigen Bausteinen einer eigenständigen indischen Markenidentität. Auch die Diamantenbranche misst Indien wachsende Bedeutung bei. Paul Rowley, Executive Vice President, Diamond Trading bei der De Beers Group, bezeichnete das Land laut GJEPC als wichtigen Partner für die weitere Entwicklung natürlicher Diamanten.
Technologie als Teil der „Brand India“
Zum angestrebten Imagewandel gehört auch die Digitalisierung des Schmuckhandels. Lamon Rutten, Managing Director & CEO von India Gold Metaverse, sieht in digitalen Netzwerken die Möglichkeit, das traditionelle Geschäftsmodell des Juweliers deutlich zu erweitern. Vernetzte Händler könnten größere Sortimente anbieten und Kunden überregional erreichen, ohne entsprechend hohe zusätzliche Warenbestände finanzieren zu müssen.
Hinter dem Aufbau einer starken „Brand India“ stehen auch handfeste wirtschaftliche Ambitionen. Der GJEPC hat sich zum Ziel gesetzt, die indischen Schmuck- und Edelsteinexporte bis 2047 auf 100 Milliarden US-Dollar zu steigern. Infrastruktur, politische Reformen, Fachkräfteentwicklung und internationale Markenbildung sollen dazu beitragen.
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Die IIJS Bharat Premiere 2026 in Mumbai bildete Anfang August lediglich den Rahmen, in dem Vertreter aus Politik und Branche diese Strategie bekräftigten. Die zentrale Botschaft reicht deutlich über die Messe hinaus: Indien möchte künftig nicht nur einer der Orte sein, an denen Schmuck für die Welt hergestellt wird. Die Herkunft „Made in India“ soll selbst zu einem international anerkannten Qualitäts- und Markenversprechen werden.
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