Nur jeder fünfte Beschäftigte nutzt KI regelmäßig
KI im Job: Nutzung bleibt oft Privatinitiative
Bild: shutterstock
Die Digitalisierung am Arbeitsplatz schreitet voran, doch die Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) bleibt vielerorts noch in den Kinderschuhen. Wie eine neue Studie des ifo Instituts zeigt, setzen aktuell nur rund 20 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland KI regelmäßig im Arbeitsalltag ein. Zwar haben 64 Prozent der Befragten bereits Erfahrungen mit KI gesammelt, doch in den meisten Fällen bleibt es bei gelegentlichem Gebrauch.
Eigeninivative statt Einführung durch die Unternehmen
Bemerkenswert: Nur rund ein Drittel der Befragten gibt an, dass die genutzten KI-Anwendungen von ihrem Unternehmen eingeführt wurden. Zwei Drittel hingegen setzen KI-Tools aus Eigeninitiative ein – meist frei verfügbare Anwendungen wie ChatGPT oder Online-Übersetzer. Diese sogenannten „Low-Threshold“-Tools dominieren laut Studie klar den KI-Einsatz im Alltag: Über 80 Prozent der KI-Nutzenden greifen auf sie zurück.
Dem gegenüber stehen komplexere, oft kostenintensivere KI-Lösungen zur Sprach- oder Bildverarbeitung oder für diagnostische Zwecke, die häufiger im Rahmen betrieblicher Programme eingesetzt werden. Dabei zeige sich laut ifo Institut ein klarer Zusammenhang: Wo Unternehmen aktiv KI-Anwendungen bereitstellen und deren Nutzung fördern, steigt nicht nur die Nutzungsintensität, es kommt auch häufiger zu Weiterbildungsangeboten, einer KI-basierten Supervision und messbaren Produktivitätsgewinnen.
„Die Studie macht deutlich, dass betriebliche Initiative einen erheblichen Unterschied macht“, sagt Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft. „Unternehmen, die KI gezielt einführen und in die Schulung ihrer Mitarbeitenden investieren, schaffen offenbar die Grundlage für nachhaltige Effizienzgewinne.“
Hintergrund der Studie
Die Ergebnisse basieren auf der zweiten Erhebungswelle der sogenannten DiWaBe 2.0-Studie aus dem Jahr 2024. An der Untersuchung beteiligten sich neben dem ifo Institut auch das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) sowie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Insgesamt flossen rund 9.800 Interviews ein, die eine repräsentative Datengrundlage für die Beschäftigtenlandschaft in Deutschland bilden. Das ifo Institut bekräftigt in der Pressemitteilung aber nachdrücklick, dass die Studie Korrelationen erhebe und keine keine kausalen Wirkzusammenhänge.
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