Nur jeder fünfte Beschäftigte nutzt KI regelmäßig

KI im Job: Nutzung bleibt oft Privatinitiative

Nur jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland nutzt KI-Tools regelmäßig im Arbeitsalltag. Das zeigt eine aktuelle Studie des ifo Instituts.

05. Jan. 2026 Christian Lücke
Kommentare (0) Link kopieren

Die Digitalisierung am Arbeitsplatz schreitet voran, doch die Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) bleibt vielerorts noch in den Kinderschuhen. Wie eine neue Studie des ifo Instituts zeigt, setzen aktuell nur rund 20 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland KI regelmäßig im Arbeitsalltag ein. Zwar haben 64 Prozent der Befragten bereits Erfahrungen mit KI gesammelt, doch in den meisten Fällen bleibt es bei gelegentlichem Gebrauch.

Eigeninivative statt Einführung durch die Unternehmen

Bemerkenswert: Nur rund ein Drittel der Befragten gibt an, dass die genutzten KI-Anwendungen von ihrem Unternehmen eingeführt wurden. Zwei Drittel hingegen setzen KI-Tools aus Eigeninitiative ein – meist frei verfügbare Anwendungen wie ChatGPT oder Online-Übersetzer. Diese sogenannten „Low-Threshold“-Tools dominieren laut Studie klar den KI-Einsatz im Alltag: Über 80 Prozent der KI-Nutzenden greifen auf sie zurück.

Dem gegenüber stehen komplexere, oft kostenintensivere KI-Lösungen zur Sprach- oder Bildverarbeitung oder für diagnostische Zwecke, die häufiger im Rahmen betrieblicher Programme eingesetzt werden. Dabei zeige sich laut ifo Institut ein klarer Zusammenhang: Wo Unternehmen aktiv KI-Anwendungen bereitstellen und deren Nutzung fördern, steigt nicht nur die Nutzungsintensität, es kommt auch häufiger zu Weiterbildungsangeboten, einer KI-basierten Supervision und messbaren Produktivitätsgewinnen.

„Die Studie macht deutlich, dass betriebliche Initiative einen erheblichen Unterschied macht“, sagt Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft. „Unternehmen, die KI gezielt einführen und in die Schulung ihrer Mitarbeitenden investieren, schaffen offenbar die Grundlage für nachhaltige Effizienzgewinne.“

Hintergrund der Studie

Die Ergebnisse basieren auf der zweiten Erhebungswelle der sogenannten DiWaBe 2.0-Studie aus dem Jahr 2024. An der Untersuchung beteiligten sich neben dem ifo Institut auch das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) sowie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Insgesamt flossen rund 9.800 Interviews ein, die eine repräsentative Datengrundlage für die Beschäftigtenlandschaft in Deutschland bilden. Das ifo Institut bekräftigt in der Pressemitteilung aber nachdrücklick, dass die Studie Korrelationen erhebe und keine keine kausalen Wirkzusammenhänge.

Keine Kommentare

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare zu sehen oder zu verfassen.

Lesen Sie weiter mit

Sie sind noch nicht registriert?

Jetzt GZ+ testen

3 Monate nur 27€ 3€
Danach 9€/Monat


Sie sind Abonnent der GZ?

Jetzt kostenlos registrieren

Für Abonnenten der GZ-
Druckausgabe kostenlos

Sie sind bereits registriert?

Für registrierte Nutzer