Kritik an Wirtschaftspolitik

ifo Institut: Unternehmen geben der Regierung eine schlechte Note

Die deutsche Wirtschaft stellt der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis aus: Laut ifo Institut vergeben Unternehmen im Schnitt nur die Note 4,2 für die aktuelle Wirtschaftspolitik.

05. Feb. 2026 Christian Lücke
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Die Unternehmen in Deutschland bewerten die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung überwiegend negativ. Das geht aus einer neuen Umfrage des ifo Instituts hervor. Im Durchschnitt vergeben die befragten Unternehmen die Schulnote 4,2. Dies sei ein klares Signal der Unzufriedenheit über nahezu alle Politikfelder hinweg.

„Die Unternehmen sehen derzeit kaum Fortschritte bei den zentralen wirtschaftspolitischen Themen“, erklärt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. Entsprechend falle das Urteil insgesamt negativ aus, positive Bewertungen seien die Ausnahme.

Sozialpolitik wird am schlechtesten bewertet

Besonders kritisch sehen die Unternehmen die Sozial- und Rentenpolitik, die mit der Durchschnittsnote 4,6 am schlechtesten abschneidet. Auch die Arbeitsmarkt-, Industrie- sowie die Energie- und Klimapolitik werden lediglich mit „ausreichend“ bewertet (Noten zwischen 4,1 und 4,2). Etwas besser, aber ebenfalls nur ausreichend, beurteilen die Befragten die Finanzpolitik, die Infrastrukturpolitik und die Digitalisierungspolitik mit jeweils 4,0.

Auffällig sei, dass sich die Kritik branchenübergreifend zeige. Sowohl Industrie als auch Dienstleistungssektor vergeben Noten zwischen 3,8 und 4,5. Keine Branche bewertet die Wirtschaftspolitik im Durchschnitt gut. Selbst die besten Bewertungen bewegen sich lediglich im Bereich „befriedigend“ mit deutlicher Tendenz zu „ausreichend“.

Das fordern die Unternehmen von der Regierung

Deutlich werden auch die Erwartungen der Unternehmen an die Politik. Mit 40,4 Prozent steht der Abbau von Bürokratie und Regulierung ganz oben auf der Liste der geforderten Maßnahmen. Es folgen Reformen bei Steuern und Abgaben (37,1 Prozent), etwa durch Steuersenkungen oder eine Vereinfachung des Steuersystems. Weitere zentrale Handlungsfelder sind der Arbeitsmarkt und die Fachkräftesicherung (24,6 Prozent), die Energiepolitik (23,3 Prozent) sowie Investitionen in Standortbedingungen und Infrastruktur (21,3 Prozent). „Die Unternehmen erwarten nun konkrete Fortschritte bei den zentralen Reformthemen“, so Wohlrabe. Reine Ankündigungen reichten aus Sicht der Wirtschaft nicht mehr aus.

Das sind die konkreten Durchschnittsnoten

Soloselbstständige und KleinstunternehmenGesamtwirtschaft
Gesamtnote4,34,2
Finanzpolitik4,24,0
Arbeitsmarktpolitik4,24,1
Sozial- und Rentenpolitik4,74,6
Energie- und Klimapolitik4,54,2
Industriepolitik4,24,1
Wettbewerbspolitik4,34,2
Infrastruktur und Digitalisierung4,34,0
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