Preiserwartungen sinken, aber Produktionskosten bleiben wohl weiter hoch

ifo Institut: Preisdruck lässt leicht nach

Die ifo Preiserwartungen sind im Mai leicht gesunken. Dennoch rechnen viele Unternehmen weiter mit steigenden Preisen.

29. Mai 2026 Christian Lücke
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Der Preisdruck in der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai etwas abgeschwächt. Nach Angaben des ifo Instituts sanken die Preiserwartungen der Unternehmen leicht auf 30,3 Punkte, nach 31,3 Punkten im April. Damit planen zwar etwas weniger Unternehmen Preiserhöhungen, das Niveau bleibt jedoch weiterhin hoch.

„Zwar lässt der Preisdruck etwas nach. Dennoch dürften die Produzenten- und Verbraucherpreise in den kommenden Monaten spürbar steigen“, erklärt ifo-Forscherin Tiphaine Wibault. Als Gründe nennt das Institut teurere Energie und knappere Vorprodukte, die die Produktionskosten erhöhen. Viele Unternehmen dürften diese Mehrkosten an ihre Kunden weitergeben.

Steigende Kosten belasten die Schmuck- und Uhrenbranche

Für den Schmuck- und Uhrenhandel bleibt die Entwicklung relevant: Steigende Kosten in Produktion, Logistik und Beschaffung können sich auch auf Einkaufspreise, Kalkulationen und Endverbraucherpreise auswirken. Gerade bei energieintensiven Produktionsprozessen, hochwertigen Materialien und international verzweigten Lieferketten bleibt die Preisentwicklung ein wichtiger Faktor.

Preiserwartungen sanken branchenübergreifend

In mehreren Wirtschaftsbereichen gingen die Preiserwartungen im Mai zurück. Bei den Dienstleistern sank der Indikator von 27,2 auf 25,0 Punkte, im Handel von 54,3 auf 48,7 Punkte. Auch im Verarbeitenden Gewerbe fiel der Wert von 34,4 auf 32,0 Punkte.

Besonders deutlich war der Rückgang bei energieintensiven Unternehmen. Dort sanken die Preiserwartungen von 47,4 auf 41,8 Punkte. Bei nicht-energieintensiven Unternehmen stiegen sie dagegen leicht von 29,9 auf 30,7 Punkte.

Die ifo Preiserwartungen

Die ifo Preiserwartungen zeigen, wie viele Unternehmen per saldo planen, ihre Preise zu erhöhen. Der Wert ergibt sich aus dem Anteil der Unternehmen mit geplanten Preiserhöhungen abzüglich des Anteils jener, die Preissenkungen planen. Die Höhe der geplanten Preisänderungen wird dabei nicht abgefragt.

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