Schmuckmarke des Monats
Die vielen Facetten von Niessing
Kapitel 1: Historie
Gegründet 1873 im Münsterland, groß geworden mit Devotionalien und Trauringen, liegt die Geburtsstunde der Marke Niessing Ende der 1960er-Jahre. Ursula Exner-Niessing, die Enkelin des Gründers entwickelte damals – man würde heute sagen – einen nachhaltigen Ansatz. Denn den ersten Schritten in Richtung Marke gingen Denkansätze voraus, die weit über den Schmuckhorizont hinaus gingen. Letztlich war die wilde Hippie-Zeit, die „Make Love, Not War“-Bewegung und der Rückgang der Hochzeiten eine Initialzündung für Ursula Exner, sich um die Zukunft des damaligen Trauringmarktführers Gedanken zu machen. Was passiert, wenn die Zahl der Hochzeiten sinkt? Ihre Antwort lag im Schmuck, allerdings mit fokussierterem Ansatz als bloß der Lieferant und Hersteller von Standarddesigns sein zu wollen. Von Anfang an dachte Ursula Exner offener, lud Architekten, Produktdesigner oder Künstler bei der Suche nach zeitgenössischem Schmuckdesign mit hinzu. Ziel war es, Marke ganzheitlich zu verstehen. Bereits die erste Kollektion „Niessing Setario“ sorgte Mitte der 1970er-Jahre für einen Paukenschlag. Die Kollektion war reduziert, grafisch, modular, bauhaus-inspiriert und durch den Einsatz von Emaille doch bunt.