Diamantmarkt in der Krise
De Beers fährt Förderung massiv zurück
Die Venetia-Mine in Südafrika
Foto: De Beers
De Beers setzt die Produktion in der Venetia-Mine, seiner wichtigsten Diamantmine in Südafrika, für zwei Jahre aus, um in einem angespannten Marktumfeld Kosten zu senken. Die am Montag verkündete Entscheidung reiht sich in eine Serie von Sparmaßnahmen ein, mit denen der Konzern auf die anhaltende Krise im Rohdiamantenmarkt reagiert.
Der Konzern begründet die Aussetzung damit, dass die Handelsbedingungen für Rohdiamanten kurzfristig schwierig bleiben dürften, da die weltweite Produktion zurückgehe und mehrere Produzenten ihre Minen schließen.
Ziel sei es, die Widerstandsfähigkeit des Geschäfts zu stärken und zugleich die Investitionsausgaben für das laufende Untertageprojekt neu zu takten. CEO Al Cook erklärte, das Unternehmen nehme eine Reihe von Anpassungen vor, um die Resilienz zu erhöhen und gleichzeitig langfristige Wertschöpfung zu sichern. De Beers hatte für das Jahr 2025 einen operativen Verlust von 511 Mio. US-Dollar bilanziert bei einem Umsatz von 3,5 Milliarden US-Dollar.
Venetia liegt nahe der Grenzen zu Botswana und Simbabwe und wird seit mehr als 30 Jahren von der De-Beers-Gruppe betrieben. Die Mine erwirtschaftet mehr als 40 Prozent der jährlichen Diamantenproduktion Südafrikas und ist damit gemessen am Wert der größte Produzent des Landes. Sie beschäftigt rund 4.400 Mitarbeiter. Seit 2012 baut De Beers dort unterirdisch ab, um Edelsteine in einer Tiefe von mehr als 1.000 Metern zu erschließen, wobei die Anlage laut Unternehmensangaben jährlich rund vier Millionen Karat produzieren sollte.
Die Maßnahme in Venetia folgt auf die bereits zu Jahresbeginn getroffene Entscheidung, das Erweiterungsprojekt Tuzo Phase 3 in der Gahcho-Kué-Mine in Kanada auszusetzen. Hintergrund der Entscheidungen ist laut Berichten eine der bedeutendsten Krisen in der Geschichte der Diamantindustrie, ausgelöst durch sinkende Nachfrage nach Naturdiamanten und wachsende Konkurrenz durch synthetische Alternativen. Durch die Produktionspause will De Beers Liquidität sichern und die Bilanz in diesem schwierigen Marktumfeld stabilisieren.
Der Schritt reiht sich in eine längere Geschichte von Anpassungen im südafrikanischen Minenportfolio von De Beers ein. Bereits in der Vergangenheit hatte der Konzern etwa die Mine Voorspoed zunächst temporär und schließlich endgültig geschlossen, nachdem sich kein Käufer für den Betrieb mit niedrigeren Kosten finden ließ.
Die aktuelle Aussetzung bei Venetia betrifft jedoch die mit Abstand bedeutendste Mine des Konzerns im Land und dürfte angesichts der hohen Beschäftigtenzahl und des Produktionsanteils spürbare Auswirkungen auf die südafrikanische Diamantenwirtschaft haben.
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