Märkte reagieren positiv auf mögliche Annäherung zwischen USA und Iran
Goldpreis profitiert von Entspannungssignalen
Auf das Memorandum regierten Anleger prompt: Während die Ölpreise deutlich nachgaben, legten Aktienmärkte und Edelmetalle spürbar zu. Der Preis für Brent-Öl (eine der wichtigsten Rohölsorten, die weltweit als Referenzpreis für Erdöl dient) fiel um 6,2 Prozent. Gleichzeitig gewann der S&P 500 rund ein Prozent. Besonders stark entwickelten sich Edelmetalle: Gold verteuerte sich um 2,7 Prozent, Silber sogar um 5,1 Prozent.
Verändert Zinserwartungen
Marktbeobachter führen diese Entwicklung vor allem auf die veränderten Zinserwartungen zurück. Eine mögliche Entspannung im Nahen Osten könnte laut Heraeus den Inflationsdruck durch hohe Energiepreise mindern und damit den Spielraum für weitere Zinserhöhungen begrenzen. Davon profitieren sowohl Aktien als auch Edelmetalle, die traditionell sensibel auf steigende Finanzierungskosten reagieren.
Impulse aus Asien
Auch aus Asien kommen wichtige Impulse für den Goldmarkt. In Indien sind die Goldimporte im April 2026 deutlich zurückgegangen. Ursache sind bürokratische Unsicherheiten rund um neue Importregelungen und steuerliche Fragen. Banken konnten seit Beginn des neuen Steuerjahres am 1. April nur eingeschränkt Gold und Silber einführen. Die Goldimporte sanken dadurch von 0,94 Millionen Unzen im Vorjahresmonat auf 0,66 Millionen Unzen. Für die Schmuckbranche ist Indien von zentraler Bedeutung: Nach China gilt das Land als zweitgrößter Schmuckmarkt weltweit und ist aufgrund geringer Eigenproduktion stark auf Goldimporte angewiesen.
China baut Goldreserven aus
Gleichzeitig setzt China seinen strategischen Ausbau der Goldreserven fort. Die chinesische Zentralbank meldete für April den Kauf von acht Tonnen Gold. Damit erhöhten sich die offiziellen Reserven auf 2.321,5 Tonnen. Es ist bereits der 18. Monat in Folge, in dem die People’s Bank of China ihre Bestände ausbaut. China verfügt damit über die fünftgrößten Goldreserven weltweit – hinter den USA, Deutschland, Italien und Frankreich.
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