Nachhaltigkeit | Wempe

„Wir denken eben langfristig!“

Mit großem Engagement treibt Juwelier Wempe das Thema Nachhaltigkeit voran. Wie genau, verrät Scott Wempe, Kommanditist und Co-Head of Business Development, im GZ-Interview.

01. Juli 2026 Ulrich Voß
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Wie ist es dazu gekommen, dass das Thema Nachhaltigkeit bei Ihnen nicht nebenher, sondern konsequent integriert und gelebt wird?

Scott Wempe: Diese Fragestellungen sind bei uns schon lange intrinsisch in der Unternehmensführung verankert. Als Familienunternehmen denken wir eben langfristig – und immer möglichst im Sinne der nächsten Generationen! Mit dem Eintritt meiner Schwester Chiara und mir, der fünften Generation, werden nun einige Themen stärker formalisiert und im Sinne der Corporate Governance konsequenter verankert.

Mit welcher Intensität und welchem Aufwand setzen Sie das Thema im Unternehmen um?

Wir haben zwei Nachhaltigkeitsmanagerinnen eingestellt, die das Thema koordinieren. Zusätzlich haben wir eine unternehmensweite „Taskforce Nachhaltigkeit“ in Form von Arbeitsgruppen etabliert, in denen Mitarbeiter aus verschiedenen Fachbereichen eingebunden sind. Insbesondere in den vergangenen zwei Jahren konnten wir unser Nachhaltigkeitsmanagement deutlich weiterentwickeln, unter anderem durch die Verabschiedung unserer Nachhaltigkeitsstrategie, die Umsetzung von Maßnahmen in den Arbeitsgruppen sowie die Einführung einer jährlichen Treibhausgasbilanzierung. Zudem haben wir in diesem Monat erstmals einen internen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Mehr wird definitiv folgen.

Wie kann man dieses Thema möglichst elegant in vorhandene Strukturen und Erfahrungswerte integrieren? Ein Start-up-Unternehmen hätte es hier sicherlich leichter.

Für uns ist Nachhaltigkeit kein neues Thema. Wir haben 2019 mit unserem Nachhaltigkeitsmanagement entsprechende Strukturen geschaffen. Die operative Umsetzung erfolgt über die Taskforce, sodass Nachhaltigkeit bei uns als Querschnittsthema im Unternehmen verankert ist. Ein struktureller Vorteil ist zudem die direkte Anbindung des Nachhaltigkeitsmanagements an die Geschäftsleitung. Dadurch sind Entscheidungswege kurz und das Thema wird aktiv von der Geschäftsleitung unterstützt.

Konsequent bis ins Detail: Nachhaltigkeit bei Juwelier Wempe

Kann man die Zielgruppe der Konsumenten, denen das Thema wichtig ist, schon ein wenig definieren?

Es sind schon häufig jüngere Kunden, bei denen das Thema relevanter ist, aber nicht ausschließlich. Ich habe beobachtet, dass die Zielgruppen, die sich für das Thema Nachhaltigkeit interessieren, nicht immer perfekt in Kategorien einzusortieren sind.

Nachhaltig, das war früher ein Nischenthema für Idealisten. Was ist Nachhaltigkeit heute?

Nachhaltigkeit ist die einzige Zukunft, die sich die globale Wirtschaft erlauben kann. Nachhaltigkeit bleibt aber gleichzeitig auch Idealismus, denn der Weg ist lang, komplex und nicht immer gradlinig. Für mich ist das Thema aber auch eine Gemeinschaftsaufgabe. Wirklich positive Veränderungen entstehen nur dann, wenn wir zusammenarbeiten, voneinander lernen und gemeinsam Lösungen kreieren.

Um die Nachhaltigkeitsdebatte ist es bei allem lauten Trubel um Trump, Krieg und Rezession stiller geworden. Bei Ihnen auch?

Wir lassen uns auf unserem Weg nicht beirren, sondern schreiten stetig voran. Trump ist noch drei weitere Jahre im Amt, und dann kommt jemand Neues – der hoffentlich dem Thema positiver gegenüber eingestellt ist. Aber man weiß nie. Wir können nur unseren Weg gehen. Eine Rezession darf kein Grund sein, Nachhaltigkeitsbemühungen zurückzustellen – im Gegenteil: Zukunftsfähigkeit entsteht durch konsequentes und verantwortungsvolles Handeln.

„Wir lassen uns auf unserem Weg nicht beirren. Trump ist noch drei weitere Jahre im Amt, und dann kommt jemand Neues.“
Scott Wempe

Hat das Thema eine kleinere Relevanz bei Ihren Kunden?

Die Relevanz von Nachhaltigkeit wird von Kunden unterschiedlich wahrgenommen. Viele vertrauen darauf, dass wir unseren Werten treu bleiben und verantwortungsvoll handeln. Manche denken bei Uhren und Schmuckstücken gar nicht darüber nach, denn aufgrund der Langlebigkeit und der generationenübergreifenden Verwendung sind sie ohnehin besonders nachhaltige Produkte. Doch mehr geht immer. Wir möchten in Zukunft lautstärker kommunizieren, was Nachhaltigkeit konkret für unsere Geschäftstätigkeit bedeutet.

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