Nachhaltigkeit

Was ist für Sie nachhaltig?

Für den einen ist es ein langlebiges Design, für den anderen die umwelt- und ressourcenschonende Herstellung oder das klassische Recycling: Jeder will nachhaltig sein. Aber was konkret versteht man darunter – und, welche Argumente punkten beim Konsumenten? Wir haben nachgefragt.

01. Juli 2026 Ulrich Voß
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Keine Branche ist so nachhaltig wie unsere, niemand kann den Recycling-Gedanken so einfach erklären wie wir. Die drei geschwungenen Pfeile in Form einer Möbiusschleife, die wir von jeder Lebensmittelverpackung kennen und die das Prinzip „Reduce, Reuse, Recycle“ (Reduzieren, Wiederverwenden, Recyceln) versinnbildlichen, passen perfekt für Goldschmuck und mechanische Uhren.

Auch wenn die Debatte um die Nachhaltigkeit von aktuellen politischen Themen überlagert werden, haben sie nicht an Brisanz verloren. Der Konsument hat sich gewandelt und will Herkunft und Entstehung des Produkts kennen – vor allem wenn es sich um ein Luxusgut handelt.

Reduzieren

Zunächst klingt Reduzieren nach Konsumverweigerung. Klar, wenn Greta Thunberg die alten Pullis ihres Vaters oder ihrer Freunde anzieht, kauft sie keine neuen. Doch Schmuck und Uhren sollten kein Fast-Fashion-Produkt sein, sondern nachhaltigen Kriterien standhalten. Die aktuellen Erfolge von Billig-Direktvertrieben wie Temu oder Shein heizen eine Markt- und Konsumspaltung an, die den Juwelier und Goldschmied auf eine Seite katapultieren – die des nachhaltigen Konsums. Es darf teurer sein, aber es soll etwas Langlebiges, Werthaltiges und Verantwortungsvolles sein.

Wiederverwenden

Ob Vintage oder Umarbeitungen: Die Uhren- und Schmuckbranche lebt von Reparierbarkeit. Gerade weil mechanische Uhren und Schmuck selten einen unmittelbaren Gebrauchszweck erfüllen, können sie sich dem schnellen Wandel von Trends entziehen und über lange Zeiträume genutzt werden. Heute nennt man das „nachhaltig“ – und es motiviert den Konsumenten zum höheren Verkaufsabschluss und zur Suche nach dem perfekten Produkt. Patek Philippe lässt grüßen. Seit 1996 zeigt uns der Slogan „Eine Patek Philippe gehört Ihnen eigentlich nie ganz. Sie bewahren sie lediglich für die nächste Generation“, dass es nicht um Besitz, sondern um Verantwortung über Generationen hinweg geht.

Recyceln

Seit Jahrtausenden ist es die Aufgabe des Goldschmieds, vorhandenes Gold in neues Design zu bringen. Es ist kulturelles Welterbe, Gold niemals wegzuschmeißen – und glücklicherweise kann man es fast unbegrenzt und verlustfrei recyceln. Dies sind gute Zukunftsperspektiven für die Branche. Kaum ein Stoff ist so kreislauffähig wie Gold.

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