Kunsthandwerk ausgezeichnet – Ausstellung im Neuen Museum Nürnberg

Ute Kathrin Beck erhält Danner-Preis

Der Danner-Preis zählt zu den bedeutenden Auszeichnungen für angewandte Kunst. Er geht an die Keramikkünstlerin Ute Kathrin Beck. Vier Ehrenpreise würdigen weitere Positionen des zeitgenössischen Kunsthandwerks.

28. Sep. 2026 Christian Lücke
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Die Danner-Stiftung vergibt 2026 zum 15. Mal den Danner-Preis. Knapp 300 Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker aus Bayern haben sich in diesem Jahr an dem Wettbewerb beteiligt, der alle drei Jahre ausgeschrieben wird. Eine Fachjury wählte daraus fünf Preisträgerinnen und Preisträger sowie weitere 46 Positionen für die begleitende Ausstellung aus. Die Preisverleihung findet am 12. November 2026 in Nürnberg statt.

Hauptpreis für Ute Kathrin Beck

Den mit 20.000 Euro dotierten Danner-Preis 2026 erhält Ute Kathrin Beck für ihre skulpturale Keramikarbeit „Orakel I“. Das mehr als einen Meter hohe Objekt gehört zu ihrer aktuellen „Orakel“-Serie. Inhaltlicher Ausgangspunkt sind die Orakel der griechischen Antike als Orte zwischen menschlicher und göttlicher Welt.

Diese Ambivalenz überträgt Beck auf ihre Keramik: Einer kraftvollen, körperlich präsenten Form steht ein geheimnisvoll wirkendes Inneres gegenüber. Besonderes Merkmal ist die metallisch glänzende Lüsterglasur. Die 1967 in Stuttgart geborene Künstlerin ist ausgebildete Scheibentöpferin und staatlich anerkannte Keramikgestalterin. Beim Danner-Preis war sie bereits 2020 und 2023 Finalistin.

Vier Ehrenpreise zu je 5.000 Euro

Neben dem Hauptpreis vergibt die Danner-Stiftung vier mit jeweils 5.000 Euro dotierte Ehrenpreise. Markus Marschmann wird für die multimediale Installation „Apparat 987“ ausgezeichnet. Der 1992 geborene Künstler hat seine handwerklichen Wurzeln im Glas: Er absolvierte Ausbildungen zum Glasapparatebauer, Kunstglasbläser und Glasmacher und arbeitet heute unter anderem mit Lampenglas und Glasschliff. Ein weiterer Ehrenpreis geht an Florian Clemens Meier für die Installation „Die Bausteine unserer Existenz“.

Für die Schmuckbranche besonders interessant ist die Auszeichnung von Sabine Steinhäusler. Die Goldschmiedin und Schmuckkünstlerin erhält einen Ehrenpreis für ihre Broschenserie „Still“. Steinhäusler absolvierte ihre Goldschmiedelehre an der Staatlichen Berufsfachschule für Glas und Schmuck in Kaufbeuren-Neugablonz und studierte anschließend an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Seit 1991 unterhält sie dort ihr eigenes Atelier. Zu ihren bisherigen Auszeichnungen zählen unter anderem der Bayerische Staatspreis und der Eidgenössische Preis für Gestaltung.

Die vierte Auszeichnung erhält die japanische Künstlerin Ayaka Terajima für das fast lebensgroße Keramikobjekt „I looked up and she looked at me“. Terajima studierte zunächst Keramik an der Tokyo University of the Arts und anschließend Freie Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München. 2024 erhielt sie unter anderem den Bayerischen Kunstförderpreis sowie den Bayerischen Staatspreis.

Seit 42 Jahren Preis für angewandte Kunst

Der Danner-Preis blickt mittlerweile auf eine 42-jährige Geschichte zurück. Er wird im Dreijahresrhythmus vergeben und soll neue gestalterische Ideen und Entwicklungen im Kunsthandwerk sichtbar machen. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministers für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert Aiwanger.

Dabei geht es nicht allein um die Preisgelder. Der Wettbewerb soll etablierten Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern ebenso wie Nachwuchstalenten Öffentlichkeit verschaffen und den Diskurs über die Weiterentwicklung des Kunsthandwerks fördern.

Danner-Stiftung fördert Kunsthandwerk seit 1920

Hinter der Auszeichnung steht die Benno und Therese Danner’sche Kunstgewerbestiftung, kurz Danner-Stiftung. Sie wurde bereits 1920 gegründet. Den Anstoß gab der Königlich Bayerische Hofgoldschmied Prof. Karl Rothmüller. Stifterin war Therese Danner (1861–1934), die mit ihrem Engagement das „solide, bodenständige Kunsthandwerk“ in Bayern stärken und insbesondere den Nachwuchs unterstützen wollte.
Diesem Auftrag folgt die Stiftung bis heute. Sie zeichnet herausragende Leistungen aus und unterstützt junge Talente mit Preisen, Stipendien, Wettbewerben und Ausstellungen. Darüber hinaus fördert sie Fachschulen und Akademien und damit die Aus- und Weiterbildung im gestaltenden Handwerk. Das Spektrum reicht von Schmuck über Keramik, Glas, Holz und Textil bis zu Metall, Stein und Gerät.

Ausstellung erstmals im Neuen Museum Nürnberg

Zum 15. Danner-Preis gibt es eine Premiere: Die Wettbewerbsausstellung wird erstmals im Neuen Museum Nürnberg gezeigt. Vom 13. November 2026 bis 4. April 2027 sind dort die Arbeiten der fünf Ausgezeichneten sowie Werke von 46 weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu sehen. Insgesamt umfasst die von Isolde Bazlen gestaltete Schau damit 51 künstlerische Positionen.

Vertreten sind Flechtwerk, Holz, Glas, Keramik, Metall, Mixed Media, Papier, Textil, Schmuck und Stein. Im Zentrum der Ausstellung stehen zudem Porträtfilme, die Einblicke in die Arbeitsweisen der Preisträgerinnen und Preisträger geben. Die Preisverleihung findet am 12. November im Schauspielhaus des Staatstheaters Nürnberg statt; anschließend wird die Ausstellung im Neuen Museum eröffnet.

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