Kontrovers: Stellenabbau trotz Kauf von Universal Genève und Gallet
„Übliche Schwankungen“: Breitling kontert Berichte zu Stellenabbau
Breitling-CEO Georges Kern (rechts)
Bilder: Breitling
Der Schweizer Uhrenhersteller Breitling hat Berichte über einen größeren Stellenabbau relativiert. Auslöser war ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach weltweit mehr als 50 Stellen beim Unternehmen gestrichen worden seien. Demnach sollten insbesondere die Bereiche Marketing, Human Resources und Nachhaltigkeit betroffen sein. Auch verschiedene Medien, darunter Swissinfo, griffen die Bloomberg-Meldung auf.
Hintergrund der Berichterstattung ist die aktuell angespannte Lage der Schweizer Uhrenindustrie. Belastend wirken sich unter anderem die US-Zölle auf Schweizer Luxusuhren, der starke Schweizer Franken sowie die geopolitischen Unsicherheiten im Nahen Osten aus. Besonders der wichtige US-Markt gilt für Breitling als bedeutender Absatztreiber. Seit Jahresbeginn hat der Franken gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert gewonnen, was die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Branche zusätzlich unter Druck setzt.
Trotz wirtschaftlicher Einbußen auf Shoppingtour
Laut den von Bloomberg genannten Zahlen sank der Umsatz von Breitling im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr um elf Prozent auf 769 Millionen Schweizer Franken. Der operative Gewinn soll um 21 Prozent auf 162 Millionen Franken zurückgegangen sein. Insgesamt habe das Unternehmen rund 155.000 Uhren verkauft. Dennoch hatte Breitling zuletzt neue Uhrenmarken hinzugekauft: Universal Genève im Luxussegment und Gallet im erschwinglicheren Preissegment.
Breitling spricht von üblichen Schwankungen
Breitling selbst stellt die Situation jedoch differenzierter dar. Gegenüber Medien erklärte eine Unternehmenssprecherin, die Zahl der Beschäftigten bewege sich weiterhin innerhalb der „üblichen Schwankungsbreite von rund zwei Prozent pro Jahr“. Weltweit beschäftigt Breitling nach eigenen Angaben rund 2.000 Mitarbeitende.
Zugleich verweist das Unternehmen auf laufende strukturelle Veränderungen innerhalb der Gruppe. Hintergrund sind die oben bereits erwähnten, jüngsten Akquisitionen der Marken Universal Genève und Gallet, deren Kompetenzen nun in die Gesamtorganisation integriert würden. Kapazitäten würden innerhalb der Gruppe entsprechend neu verteilt.
Trotz des herausfordernden Marktumfelds plant Breitling nach eigenen Angaben, die Produktion im kommenden Jahr deutlich auszubauen. Parallel dazu arbeitet das Unternehmen an einer effizienteren Organisationsstruktur und der strategischen Weiterentwicklung seines Markenportfolios.
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