Weniger Scheidungen gehen mit wirtschaftlichen Konsequenzen einher

Trauringmarkt leidet unter zu wenigen Zweit-Ehen

Eigentlich ist es eine positive Nachricht, dass es in Deutschland weniger Scheidungen gibt. Für Trauringhersteller führt dies aber zu Herausforderungen, schließlich sind die Zweit-Ehen jene mit höherem Budget für den Ringkauf. Zuletzt sank deren Anzahl in einem Vierjahreszeitraum um 14 Prozent.

28. Jan. 2026 Christian Lücke
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Obwohl das Eheversprechen bekanntlich ewig gilt, lassen sich einige Ehepaare scheiden. Sie stehen dem Juwelier und damit in erster Instanz den Trauringherstellern als „Erneut-Kunden“ zur Verfügung, wenn sie ein zweites Mal „Ja“ sagen. Genau hier liegt aktuell eine Herausforderung für Trauringfirmen, wie in unserem Round Table in der GZ plus Januar offenkundig wurde: In Deutschland gibt es weniger Zweit-Ehen, schlicht weil sich weniger Paare scheiden lassen. Eberhard Auerbach-Fröhling, Geschäftsführer der Trauringmanufaktur Gerstner, sagte der GZ: „Es gibt zu wenig Scheidungen. 2003 waren es 231.000 Scheidungen, heute nur noch 129.000. Das wirkt sich stark auf die Zweit-Ehen aus.“ Denn neben der quantitativen Anzahl an potenziellen Kunden hat diese Entwicklung auch einen qualitativen, monetären Aspekt: „Zweit-Ehen sind für uns wegen des höheren Budgets viel wichtiger als die Erst-Ehen.“ In Zahlen belegt Fröhling dies so: „2020 gab es noch 112.000 Zweitehen, 2024 nur noch 98.000. Diese minus 14 Prozent sind das Problem.“

„Es gibt zu wenig Scheidungen. Das wirkt sich stark auf die Zweit-Ehen aus.“
Eberhard Auerbach-Fröhling, Geschäftsführer der Trauringmanufaktur Gerstner

Erst-Ehen hingegen stabil

Im Gegensatz dazu seien Erst-Ehen relativ stabil, sagt Fröhling. „242.000 waren es im Jahr 2024, vier Jahre vorher 251.000.“ Um die Erst-Ehen müsse sich die Trauringbranche daher indes weniger Sorgen machen.

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