ifo Institut
Preisdruck nimmt wieder deutlich zu
Unter anderem sind die Kosten für Rohöl gestiegen.
Bild: shutterstock Hamara
Die Inflation könnte in Deutschland erneut an Dynamik gewinnen: Laut aktueller Daten des ifo Instituts planen deutlich mehr Unternehmen, ihre Preise anzuheben. Der entsprechende Indikator stieg im März 2026 auf 25,3 Punkte, nach 20,3 Punkten im Februar. Laut den Wirtschaftsforschern erreicht er damit den höchsten Stand seit März 2023.
Rohöl, Gas und Strom: Energiepreise treiben Kosten
Als zentralen Treiber sieht das Institut die Entwicklung der Energiepreise. „Der Preisdruck in Deutschland nimmt wieder spürbar zu“, erklärt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. Insbesondere die gestiegenen Preise für Rohöl, Gas und Strom infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten schlagen sich zunehmend in den Kalkulationen der Unternehmen nieder.
Nachdem Energiepreise die Inflation zuletzt eher gebremst hatten, deutet sich nun eine Trendwende an. Unternehmen geben steigende Kosten verstärkt an ihre Kunden weiter. Neben Produktionskosten steigen auch Transportkosten, was sich breitflächig auf Waren und Dienstleistungen auswirkt.
Industrie besonders betroffen
Besonders deutlich fällt der Anstieg der Preiserwartungen in der Industrie aus: Hier legte der Indikator von 13 auf 20 Punkte zu (im Vergleich zum Vormonat). Auch im Baugewerbe zeigt sich ein kräftiger Sprung von 10 auf 20,2 Punkte. Noch ausgeprägter ist die Entwicklung bei konsumnahen Dienstleistern, deren Erwartungen von 25,1 auf 31,6 Punkte kletterten. Im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen – einschließlich Großhandel – stieg der Wert von 24,7 auf 27 Punkte.
Die Zahlen verdeutlichen: Der Preisdruck nimmt branchenübergreifend wieder zu. Für den Schmuck- und Uhrenhandel bedeutet dies voraussichtlich steigende Einstandspreise entlang der Lieferkette – von Materialien über Logistik bis hin zu Energiekosten in der Produktion.
Der ifo-Index zu Preiserwartungen
Der ifo-Indikator misst dabei den Saldo der Unternehmen, die Preiserhöhungen planen, gegenüber jenen, die Preissenkungen erwarten. Aussagen über die konkrete Höhe der Anpassungen lassen sich daraus jedoch nicht ableiten.
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