Bergbauunternehmen Zimplats mit aktuell großem Einfluss auf den Platinpreis
Platin vor Herausforderungen
Wartungsarbeiten am Schmelzofen beim Produzenten Zimplats in Simbabwe bremsen die Produktion.
Bild: shutterstock / Erman Gunes
Für Platin und die übrigen Metalle der Platingruppe (PGM) kommen neue Belastungsfaktoren zusammen. Während beim Produzenten Zimplats in Simbabwe planmäßige Wartungsarbeiten am Schmelzofen vorübergehend die Produktion raffinierter Metalle begrenzen, hat auch der Platinpreis zuletzt deutlich nachgegeben.
Zimplats fährt Schmelzofen herunter
Zimplats befindet sich laut Heraeus derzeit in einer für September und Oktober vorgesehenen Wartungsphase des Schmelzofens. Während dieser Zeit wird weiterhin Konzentrat produziert und angesammelt. Die Verarbeitung soll anschließend bis zum Ende des ersten Quartals 2027 erfolgen. Damit dürfte es sich nach Angaben der Mitteilung in erster Linie um eine zeitliche Verschiebung und nicht um einen dauerhaften Produktionsausfall handeln.
Wie stark solche Wartungsarbeiten die Quartalszahlen beeinflussen können, zeigte bereits eine vergleichbare Stilllegung Anfang des Jahres. Damals sammelte Zimplats rund 63.000 Unzen 6E-Konzentrat an – also noch zu verarbeitendes Material mit Platin, Palladium, Rhodium, Ruthenium, Iridium und Gold. Die spätere Verarbeitung ließ den Ausstoß von 6E-Metallen im Endprodukt im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 179 Prozent auf 213.000 Unzen steigen. Darunter befanden sich knapp 98.000 Unzen Platin.
Allerdings dauerte die Verarbeitung länger als zunächst erwartet, ordnet Heraeus ein. Ende Juni waren noch rund 24.000 Unzen des Konzentrats nicht verarbeitet. Entsprechend könnte sich auch der Abbau der nun entstehenden Bestände über einen längeren Zeitraum erstrecken.
Auf Konzernebene verfügt Implats (übergeordnete Impala Platinum Holdings-Gruppe, zu der Zimplats gehört) laut Heraeus weiterhin über einen überschüssigen Bestand an unfertiger Produktion von rund 300.000 Unzen 6E, darunter etwa 144.000 Unzen Platin. Im zweiten Quartal 2026 wurden netto 20.000 Unzen dieses Bestands verarbeitet.
Platin fällt auf rund 1.700 Dollar je Unze
Parallel dazu steht der Platinpreis unter Druck. Er fiel unter seinen gleitenden 50-Tage-Durchschnitt auf rund 1.700 US-Dollar je Unze. Als Belastungsfaktoren nennt die Mitteilung steigende Realrenditen und einen festeren US-Dollar, die auch andere Edelmetalle unter Druck setzten.
Damit setzt sich die Ende September begonnene Korrektur fort. Zweimal war es Platin zuvor nicht gelungen, den Widerstandsbereich um 1.900 Dollar je Unze überzeugend zu überwinden. Dieses Preisniveau hatte im Mai und Juni noch als Unterstützung fungiert.
Auch aus charttechnischer Sicht bleibt die Lage laut Heraeus angespannt: Der gleitende 200-Tage-Durchschnitt liegt mit rund 1.930 Dollar weiterhin deutlich oberhalb des aktuellen Platinpreises. Auf der Unterseite könnte dagegen die Handelsspanne vom Juli bei etwa 1.600 Dollar je Unze als technische Unterstützung dienen.
Für die Schmuckbranche bleibt die Entwicklung damit gleich aus zwei Gründen interessant. Einerseits verschiebt die Wartung bei einem wichtigen Produzenten kurzfristig die Verfügbarkeit von verarbeitetem Platin. Andererseits hat die jüngste Preiskorrektur das Edelmetall wieder deutlich von den im September getesteten Niveaus entfernt. Nach den Angaben von Heraeus ist bei Zimplats allerdings zunächst keine entsprechende Verringerung der insgesamt produzierten Mengen zu erwarten, sondern vor allem eine Verschiebung der Verarbeitung ins Jahr 2027.
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