Unabhängige Saarbrücker Uhrenmarke

Nivrel stellt Geschäftsbetrieb 2027 ein

Die Saarbrücker Uhrenmarke Nivrel stellt ihren Geschäftsbetrieb ein. Im Juli 2027 soll nach mehr als drei Jahrzehnten unter der Regie der Familie Hofer Schluss sein.

16. Sep. 2026 Christian Lücke
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Die unabhängige Uhrenmarke Nivrel wird im Juli 2027 ihre Türen schließen. Wie das Saarbrücker Familienunternehmen mitteilt, handelt es sich um einen geplanten und selbstbestimmten Abschied. Bis zur Einstellung des Geschäftsbetriebs sollen die letzten Uhren verkauft und die Geschichte der Marke mit einem großen Abschiedsfest gewürdigt werden, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Wurzeln von Nivrel reichen bis in die Schweiz zurück. 1936 führte die Uhrenmanufaktur Marvin, gegründet 1850 von Marc und Emmanuel Didisheim in St. Imier, die Marke Nivrel ein. Nach dem Verschwinden vom Markt infolge der Quarzkrise erhielt Nivrel 1993 ein zweites Leben: Gerd und Gitta Hofer erwarben die Markenrechte und bauten die Produktion in Saarbrücken neu auf.

Uhrmacherkunst aus Deutschland und der Schweiz vereint

Das Konzept fasste Nivrel später mit dem Claim „die deutsche Uhr mit dem Schweizer Tick“ zusammen. Schweizer Rohwerke wurden in Deutschland funktional erweitert, finissiert und veredelt. Die Marke positionierte sich bewusst als kleine, unabhängige Alternative zu den großen Luxusuhrenkonzernen.

Nach dem plötzlichen Tod von Gerd Hofer im Jahr 2008 übernahm seine Tochter Dr. Anja Hofer gemeinsam mit ihrer Mutter Gitta die Geschäftsführung. Unterstützt wurde sie von ihrem Mann Guido Grohmann. In dieser Zeit wurden unter anderem die Editionen „Héritage“, „Réplique“ und „Plongeur“ weiterentwickelt. Mit der Edition „Pièce Unique“ entstanden zudem Einzelstücke, die Uhrmacherhandwerk und die Goldschmiedetradition der Familie miteinander verbanden.

Persönlicher Abschied für ein Stück Familiengeschichte

„Nivrel war nie einfach nur ein Unternehmen. Es war das Vermächtnis meines Vaters, ein Stück unserer Familie – und irgendwann unsere eigene Leidenschaft“, erklärt Anja Hofer. Der Abschied solle deshalb „anständig, persönlich und mit Liebe zum Detail“ erfolgen.

Abschiedsfest geplant

Bis Juli 2027 können die verbleibenden Uhren über die E-Boutique der Marke sowie im Geschäft von Juwelier Kraemer in der Saarbrücker Bahnhofstraße erworben werden. Ein Abschiedsfest ist ebenfalls geplant; der Termin soll noch bekannt gegeben werden. Nach Angaben des Unternehmens werden sämtliche laufenden Verpflichtungen erfüllt. Auch über die künftige Wartung und den Service bestehender Nivrel-Uhren sollen Kunden rechtzeitig informiert werden.

Saarbrücker Fritz Kraemer GmbH & Co. KG (Juwelier Kraemer) nicht betroffen

Nicht betroffen von der Schließung ist Juwelier Kraemer. Das 1891 gegründete Saarbrücker Juwelierhaus wird seit 1997 von Sven Hofer geführt und besteht damit in fünfter Generation fort.

Ein Ende mit Rückkehrchance?

Ob das Ende 2027 endgültig das letzte Kapitel der Uhrenmarke sein wird, lässt die Familie offen. Schließlich ist Nivrel in seiner Geschichte bereits einmal vom Markt verschwunden und später zurückgekehrt. Oder um es mit den Worten der Marke selbst zu sagen: „Mechanische Uhren haben eine schöne Eigenschaft: Man kann sie wieder aufziehen.“ Vielleicht gilt das auch für die Marke Nivrel selbst.

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