Lukas Grewenig, Head of Design bei Binder, über seinen Schaffensprozess
Kreativität in der Ideenfindung, Präzision in der Realisation
Bilder: Binder
Seit 2021 ist Lukas Grewenig Teil der Binder-Gruppe und seit 2025 verantwortet er als Head of Design die kreative Weiterentwicklung der Schmuckkollektionen. Seine Aufgabe reicht dabei weit über das reine Entwerfen hinaus: Grewenig begleitet jede Kollektion von der ersten Idee bis zum fertigen Schmuckstück. Auf diesem Weg sind Gestaltung, Technik und handwerkliche Präzision eng miteinander verwoben.
Sein Zugang zum Schmuck ist tief biografisch geprägt. Aufgewachsen in einer Schmuckfamilie, kam Grewenig schon früh mit Materialien, Werkzeugen und Fertigungsprozessen in Berührung. Diese unmittelbare Erfahrung prägt bis heute seine gestalterische Haltung. Seine Designs suchen nicht die vordergründige Wirkung, sondern entfalten ihre Raffinesse subtil – durch Details, die sich oft erst auf den zweiten Blick erschließen. Neugier, Leichtigkeit und eine gewisse konstruktive Cleverness sind dabei zentrale Elemente seiner Formensprache.
„Die Leidenschaft für die besonderen Materialien und das Schmuckschaffen ist für mich ganz selbstverständlich entstanden.“Lukas Grewenig, Head of Design bei Binder
Zwischen Intuition und Präzision
Die kreative Arbeit bewegt sich für Grewenig im Spannungsfeld zwischen Intuition und Präzision. Inspiration findet er in Beobachtungen, im Dialog sowie in der intensiven Auseinandersetzung mit bestehenden Formen. Eine besondere Rolle spielt dabei das historische Erbe der Manufaktur. Für ihn ist Tradition kein statisches Gut, sondern ein lebendiger Fundus, der Orientierung bietet und zugleich neue Perspektiven eröffnet. Gemeinsam mit Nick Binder werden gestalterische Ansätze kritisch hinterfragt, mit dem Ziel, eine Balance zwischen zeitgemäßer Ästhetik und der gewachsenen Identität von Binder zu erreichen.
Wochen intensiver Arbeit von der Skizze zum finalen Produkt
Der Entwicklungsprozess jeder Kollektion ist vielschichtig: Von der ersten Skizze über digitale Modelle bis hin zur engen Abstimmung mit den Goldschmiedemeistern durchläuft jedes Stück zahlreiche Iterationen. Wochen intensiver Arbeit fließen in die Feinabstimmung von Proportionen, Materialien und technischen Details – stets mit dem Anspruch, Gestaltung und Handwerk in Einklang zu bringen.
Markenidentität und Moderne
Ein zentrales Motiv in Grewenigs Arbeit ist die Auseinandersetzung mit dem Ursprung der Marke. Die Kette als historisches Fundament von Binder steht dabei sinnbildlich für Verbindung, Bewegung und Balance. Diese Prinzipien übersetzt er in eine moderne Designsprache, die Ruhe und Dynamik zugleich vermittelt. Inspiration kann dabei auch aus unmittelbarer Umgebung entstehen: Für die „Entity“-Kollektion etwa diente der unter der Manufaktur verlaufende Bach als Ausgangspunkt – ein Bild für Strömung und Kontinuität, das sich in organischen Formen widerspiegelt.
Mit Blick in die Zukunft versteht Grewenig Design als fortlaufenden Prozess. Die Beschäftigung mit Form, Material und Bewegung bleibt dynamisch – ebenso wie die Interpretation der Kette als gestalterisches Leitmotiv. Sein Anspruch ist es, die gestalterische DNA von Binder kontinuierlich weiterzuentwickeln, ohne ihre Wurzeln aus dem Blick zu verlieren.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare zu sehen oder zu verfassen.