Neue ifo-Studie

KI könnte Qualifikationen und Berufserfahrung teilweise ersetzen

Laut einer aktuellen ifo-Umfrage sehen erste Betriebe bereits die Möglichkeit, Arbeitnehmer mit formalen Abschlüssen oder Berufserfahrung durch KI-gestützte Arbeitskräfte ohne solche Qualifikation oder Erfahrung zu ersetzen.

15. Juni 2026 Christian Lücke
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Künstliche Intelligenz verändert die Anforderungen an Beschäftigte in deutschen Unternehmen. Wie eine aktuelle Untersuchung des ifo Instituts zeigt, halten knapp 20 Prozent der Unternehmen, die bereits KI einsetzen, den Ersatz von Fach- oder Hochschulabsolventen durch weniger qualifizierte, aber KI-unterstützte Mitarbeitende für leicht oder sehr leicht möglich.

Abschluss vs. kein Abschluss mit KI

Demnach geben 19,7 Prozent der befragten KI-anwendenden Unternehmen an, dass formale Qualifikationen in bestimmten Tätigkeitsbereichen zumindest teilweise durch den Einsatz von KI kompensiert werden können. Dabei würden Aufgaben von Beschäftigten mit Fach- oder Hochschulabschluss auf Mitarbeitende ohne entsprechenden Abschluss übertragen, die von KI-Systemen unterstützt werden.

Noch deutlicher zeigt sich dieser Trend im Handel. Hier halten 28,6 Prozent der Unternehmen einen solchen Austausch für leicht oder sehr leicht umsetzbar. Bei Dienstleistungsunternehmen liegt der Anteil bei 19,7 Prozent, im verarbeitenden Gewerbe bei 14,6 Prozent und im Bauhauptgewerbe bei 9,3 Prozent.

Berufserfahrung verliert ebenfalls an Bedeutung

Auch Berufserfahrung verliert nach Einschätzung einiger Unternehmen an Bedeutung. Rund 15 Prozent der KI-nutzenden Betriebe sehen es als leicht oder sehr leicht an, erfahrene Beschäftigte durch unerfahrene Arbeitskräfte zu ersetzen, sofern diese KI-Werkzeuge einsetzen. Im Handel liegt dieser Wert sogar bei 22,9 Prozent.

Hälfte der befragten Unternehmen hält den Ersatz von Qualifikationen durch KI für schwer

„KI verändert die Arbeitswelt und kann in manchen Bereichen auch formale Qualifikationen und Erfahrungen teilweise ersetzen“, erklärt ifo-Forscherin Anna Ruffert. Allerdings seien die Möglichkeiten begrenzt. Mehr als die Hälfte der Unternehmen, die KI einsetzen, hält den Ersatz qualifizierter Fachkräfte durch KI-unterstützte Mitarbeitende weiterhin für schwer oder gar nicht möglich. Beim Austausch erfahrener Beschäftigter gegen unerfahrene KI-Nutzer liegt dieser Anteil sogar bei 62,7 Prozent.

Mehr als 50 Prozent der Unternehmen nutzen bereits KI

Insgesamt setzen laut ifo Institut inzwischen 54,5 Prozent der Unternehmen Künstliche Intelligenz in ihren Geschäftsprozessen ein. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass KI zwar neue Wege zur Unterstützung von Beschäftigten eröffnet, klassische Qualifikationen und praktische Erfahrung aber weiterhin einen hohen Stellenwert besitzen.

Fachwissen in der Branche unverzichtbar

Gerade für den Schmuck- und Uhrenfachhandel dürfte die Entwicklung aufmerksam verfolgt werden. Während KI bei Beratungsvorbereitung, Warenwirtschaft, Marketing oder administrativen Aufgaben unterstützen kann, bleiben fachliche Expertise, Produktkenntnis, handwerkliches Können und persönliche Kundenberatung zentrale Kompetenzen der Branche.

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