Noch bis zum 15. Mai 2026

Iranische Schmuckkunst in Idar-Oberstein

Die Ausstellung „A Shared Silence“ in der Villa Bengel rückt iranische Schmuckkünstler und Schmuckkünstlerinnen in den Fokus und thematisiert Identität, Fragilität und gesellschaftliche Spannungen.

21. Apr. 2026 Christian Lücke
Kommentare (0)

Mit der Ausstellung „A Shared Silence“ setzt die Jakob Bengel-Stiftung gemeinsam mit dem Campus Edelstein und Schmuck der Hochschule Trier ein Zeichen für die gesellschaftliche Relevanz zeitgenössischer Schmuckkunst. Gezeigt werden die Arbeiten von 13 iranischen Künstlern und Künstlerinnen, die in Idar-Oberstein studiert haben und sich in ihren Werken mit persönlichen wie politischen Fragestellungen auseinandersetzen.

Identität und Zugehörigkeit im Mittelpunkt

Die Ausstellung verdeutlicht, wie eng Schmuck als künstlerisches Medium mit gesellschaftlichen Entwicklungen verknüpft sein kann. Viele der Beteiligten – überwiegend Frauen – haben ihre Heimat verlassen, um in Deutschland frei arbeiten und studieren zu können, schreibt die Jakob Bengel-Stiftung in einer Pressemitteilung. Die Distanz zum Iran eröffnet neue Perspektiven, führt jedoch nicht zu einer Abkehr von den dortigen Realitäten. Im Gegenteil: Die Werke spiegeln die intensive Auseinandersetzung mit Themen wie Identität, Zugehörigkeit und den politischen Bedingungen im Herkunftsland wider.

Schmuck als Ausdruck gesellschaftlicher Erfahrungen

Formal greifen die Arbeiten häufig auf fragile Materialien, gebrochene Strukturen und bewusst „verletzte“ Oberflächen zurück. Diese gestalterischen Mittel werden zu Trägern komplexer Emotionen und stehen sinnbildlich für Verletzlichkeit und zugleich innere Stärke. Schmuck wird hier nicht nur als ästhetisches Objekt verstanden, sondern als Ausdrucksträger gesellschaftlicher Erfahrungen und individueller Geschichten.

Engagement für künstlerischen Austausch

Die Ausstellung fügt sich in das langjährige Engagement der Jakob Bengel-Stiftung ein, die seit 25 Jahren als Plattform für künstlerischen Austausch und kritische Diskurse fungiert. Insbesondere das Artist-in-Residence-Programm hat sich als wichtiger Impulsgeber für internationale Schmuckpositionen etabliert.

„A Shared Silence“ ist Teil des Ausstellungszyklus „Idar-Oberstein schmückt sich“ und unterstreicht die Bedeutung des Standorts als Zentrum für zeitgenössische Schmuckkunst. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der die gezeigten Positionen dokumentiert.

Schmuck – mehr als nur dekorativ

Mit ihrem Fokus auf politische und gesellschaftliche Themen zeigt die Ausstellung, welche Rolle Schmuck heute über seine dekorative Funktion hinaus einnehmen kann – als Medium der Reflexion, des Dialogs und der stillen, aber kraftvollen Kommunikation.

Details und Öffnungszeiten

Ausstellungsdauer: Zu sehen noch bis zum 15. Mai 2026.
Ort: Villa Bengel, Wilhelmstraße 44, 55743 Idar-Oberstein
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10:00 bis 17:00 Uhr

Keine Kommentare

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare zu sehen oder zu verfassen.

Lesen Sie weiter mit

Sie sind noch nicht registriert?

Jetzt GZ+ testen

1 Monat kostenlos
Danach 9€/Monat


Sie sind Abonnent der GZ?

Jetzt kostenlos registrieren

Für Abonnenten der GZ-
Druckausgabe kostenlos

Sie sind bereits registriert?

Für registrierte Nutzer