Brennpunkt

Hype, Chance, Risiko

Mit der Royal Pop verschmelzen Audemars Piguet und Swatch Luxus, Hype sowie Popkultur zu einem globalen Spektakel. Zugleich offenbart die Kooperation strategische Risiken einer Manufaktur, deren Schicksal stärker denn je an der Ikone namens Royal Oak hängt.

06. Juni 2026 Gisbert L. Brunner
Kommentare (0)

Er war definitiv vorhersehbar, der aus dem Ruder laufende Rummel rund um die Zusammenarbeit zwischen Audemars Piguet und Swatch. Spätestens als erste KI-generierte Bilder einer Kunststoff-Royal Oak und der Name Royal Pop in den sozialen Medien kursierten, baute sich jede Menge Druck im Kessel auf. Das, was sich dann am 16. Mai 2026 in den Swatch-Boutiquen abspielte, übertraf freilich die kühnsten Erwartungen hinsichtlich einer tickenden Produkt-Lancierung.

Neu ist der Hype rund um Uhren mit der Signatur Swatch allerdings nicht. Stürmisch ging es beispielsweise schon im Juni 1991 zu, als Swatch in München am Viktualienmarkt, in Hamburg am Isemarkt und am Bornheimer Wochenmarkt in Frankfurt eine limitierte Serie von drei „Swatchetables“ mit den illustren Namen „Bonjuhr“, „Guhrke“ und „Verduhra“ unters gierig wartende Volk brachte. Um an einen der Sätze zu gelangen, musste man früh aufstehen, Nerven und vor allem Ellenbogen besitzen. Wer hart und geschickt war, verkaufte das vorne für DM 375 erworbene Dreierset im Handumdrehen hinten für mehr als 2.000 Mark. Der größte Teil der ungeduldig wartenden Menschenmenge musste damals freilich enttäuscht und mit leeren Händen abziehen.

Lesen Sie weiter mit

Sie sind noch nicht registriert?

Jetzt GZ+ testen

1 Monat kostenlos
Danach 9€/Monat


Sie sind Abonnent der GZ?

Jetzt kostenlos registrieren

Für Abonnenten der GZ-
Druckausgabe kostenlos

Sie sind bereits registriert?

Für registrierte Nutzer