„Oscar des künstlerischen Schmucks“

Herbert-Hofmann-Preis 2026 vergeben

Auf der Sonderschau Schmuckmünchen wurde der Herbert-Hofmann-Preis 2026 verliehen. Die Auszeichnung für künstlerischen Schmuck geht in diesem Jahr an Ela Bauer, Mira Kim und Zhipeng Wang.

09. März 2026 Christian Lücke
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Im Rahmen der Sonderschau Schmuckmünchen auf der „Handwerk & Design“ der Internationalen Handwerksmesse in München wurde am 7. März der Herbert-Hofmann-Preis 2026 verliehen. Mehr als 300 Schmuckkünstler, Museumskuratoren und Galeristen nahmen an der Preisverleihung teil. Die Auszeichnung gilt als eine der wichtigsten Ehrungen im Bereich des zeitgenössischen Autorenschmucks und wird häufig als „Oscar des künstlerischen Schmucks“ bezeichnet.

In diesem Jahr gehen die Preise an Ela Bauer (Niederlande), Mira Kim (Korea/Kanada) und Zhipeng Wang (China). Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen exemplarisch, wie vielfältig künstlerischer Schmuck heute interpretiert wird: von experimentellen Materialkombinationen über technische Neuinterpretationen bis hin zu konzeptuellen Ansätzen.

Mira Kim

Mira Kim überzeugte die Jury mit einem filigranen Ring in Mokume-Gane-Technik. Während diese traditionelle Methode normalerweise streng geordnet eingesetzt wird, erforscht die Künstlerin neue gestalterische Wege: Verschiedenfarbige Metalllegierungen verwirbeln zu ornamentalen Strukturen, die zusätzlich mit gravierten Mustern im selten gewordenen Guillochierverfahren überlagert sind.

Zhipeng Wang

Zhipeng Wang wurde für eine Brosche aus grünweißer Jade und Gold ausgezeichnet. Beide Materialien sind kulturell stark aufgeladen und stehen traditionell für Wert und Prestige. Wang hinterfragt diese Zuschreibungen, indem er das kostbare Gold in vermeintlich wertlose Jade-Abfälle einbettet. Aus dieser Umkehrung entsteht eine neue ästhetische und konzeptuelle Bedeutung.

Ela Bauer

Die Arbeit von Ela Bauer zeichnet sich durch die Verbindung organischer und anorganischer Materialien aus. Ihre fein ausgearbeiteten Strukturen entfalten ihre Wirkung besonders am Körper. Durch Einblicke in eine scheinbar geschlossene Form, die von einer Scheibe getragen wird, entsteht ein vielschichtiges Spiel aus Raum, Farbe und Materialität.

Jury und Hintergrund zum Preis

Über die Vergabe der Preise entschied eine internationale Jury mit Dr. Markus Eder (Danner Stiftung, München), Malte Guttek (Goldschmiedehaus Hanau), Stefano Marchetti (Jewellery Artist, Padua), Michael Schischke (Institut français Munich) und Friederike Zobel (Schmuckmuseum Pforzheim).

Träger der Sonderschau Schmuckmünchen ist die Danner-Stiftung. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie unterstützt die Veranstaltung finanziell. Namensgeber des Preises ist der Kunsthistoriker Herbert Hofmann, der 1959 die erste internationale Schmuckschau auf der Internationalen Handwerksmesse initiierte.

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