Im Ranking mit Büros, Wohnungen und Logistikimmobilien belegen Handelsimmobilien Platz zwei
Handelsimmobilien bei Investoren gefragter
Gleich zweimal Toplage: Bahnhofstraße (oben) und Niki-de-Saint-Phalle-Promenade (untere Ebene) in der Innenstadt von Hannover
Bild: shutterstock / Axel Bueckert
Die Handelsimmobilienbranche zeigt sich weiter im Aufwind. Auf dem Handelsimmobilienkongress Ende März in Berlin stellte der Handelsverband Deutschland (HDE) eine insgesamt positive Marktentwicklung in Aussicht. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth betonte, dass der Investmentmarkt bereits 2025 wieder Vertrauen in den Einzelhandel gefasst habe. Nach der pandemiebedingten Schwächephase sei die Talsohle durchschritten, inzwischen zeichne sich eine stabile Wachstumskurve ab.
Zweitstärktste Assetklasse & wichtigster Frequenzbringer für Innenstädte
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der steigenden Zahl an Transaktionen wider. Handelsimmobilien haben sich mittlerweile als zweitstärkste Assetklasse etabliert. Besonders dynamisch präsentiert sich das Segment der Fachmärkte und Fachmarktzentren, das nahezu die Hälfte des Marktes ausmacht. Gleichzeitig bleibt der Einzelhandel der wichtigste Frequenzbringer für Innenstädte und damit ein zentraler Faktor für die Attraktivität urbaner Standorte. Entsprechend stabil zeigt sich die Nachfrage von Investoren, insbesondere nach Immobilien im Lebensmittelbereich sowie nach klassischen Innenstadtlagen.
Vor- und Nachteile dieser Entwicklung für Juweliere
Für Juweliere sowie den Schmuck- und Uhreneinzelhandel ergeben sich aus dieser Entwicklung durchaus positive Impulse. Eine wachsende Investitionsbereitschaft stärkt die Bedeutung von Einzelhandelslagen und kann zur Aufwertung von Innenstädten beitragen. Modernisierte Flächen, verbesserte Aufenthaltsqualität und höhere Besucherfrequenzen bieten insbesondere Premiumanbietern attraktive Rahmenbedingungen. Gerade im gehobenen Segment, wo Markeninszenierung und Einkaufserlebnis eine zentrale Rolle spielen, kann ein solches Umfeld die Positionierung nachhaltig unterstützen.
Gleichzeitig bringt die Entwicklung auch Herausforderungen mit sich. Mit zunehmendem Investoreninteresse steigen häufig die Mietpreise in gefragten Lagen, was insbesondere kleinere und inhabergeführte Juweliere unter Druck setzen kann. Zudem verschärft sich der Wettbewerb um attraktive Standorte, da finanzstarke Filialisten und internationale Marken höhere Kosten leichter tragen können. Hinzu kommt, dass sich Investitionen vielfach auf besonders frequenzstarke Segmente wie Fachmärkte konzentrieren, wodurch klassische Innenstadtlagen punktuell an Dynamik verlieren könnten. Für den Fachhandel wird damit eine klare Positionierung und Differenzierung zunehmend entscheidend.
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