Nevermined
Farbe trifft Facette
Mit größter technischer Versiertheit hat sich der deutsche Lab-Grown-Hersteller Nevermined auf die Herstellung von Fancy Colours spezialisiert. Ein überaus faszinierendes Feld mit ganz neuen Freiheiten.
Großes Kino: Der deutsche Hersteller Nevermined weiß, wie Farbe in den Lab-Grown-Diamanten kommt
Bild: Nevermined
Farbe entsteht bei Diamanten durch gezielt erzeugte Farbzentren im Kristallgitter. Doch wie intensiv oder nuanciert diese Farbe später wahrgenommen wird, hängt maßgeblich davon ab, wie der Schliff das Licht durch den Diamanten führt. Für Goldschmiede und Juweliere bedeutet das: Der Schliff entscheidet bei Fancy Colours nicht nur über Brillanz und Feuer, sondern auch darüber, wie intensiv, weich oder nuanciert Kunden eine Farbe wahrnehmen. Somit wird die Schliffwahl zu einem wichtigen Beratungs- und Gestaltungsmoment.
Doch warum wirkt derselbe Farbton je nach Schliff anders, und wie kommen diese Unterschiede genau zustande? Dr. Dennis Oing, Director Development & Production von Nevermined, erklärt die wissenschaftlichen Hintergründe. „Wenn Licht auf einen Diamanten trifft, wird zunächst ein Teil an seiner Oberfläche reflektiert, der größte Teil aber dringt in den Diamanten ein, wird an den Facetten mehrfach reflektiert und schließlich wieder zum Auge zurückgeführt. Je nach Facettenbild sowie Crown- und Pavilion-Winkel legt das Licht unterschiedlich lange Wege im Inneren des Diamanten zurück. Während dieses Weges wird weißes Licht in seine Spektralfarben aufgespalten, ähnlich wie bei einem Regenbogen. Erst das Zusammenspiel aus hoher Lichtrückführung und dieser Lichtzerlegung erzeugt das charakteristische Funkeln eines Diamanten. Bei farbigen Diamanten beeinflusst diese Lichtführung nicht die tatsächliche Farbe, sondern die Art, wie unser Auge sie wahrnimmt. Je nach Schliff verändern sich sowohl der Lichtweg als auch die spektrale Zusammensetzung des zurückgeführten Lichts. Dadurch kann eine Farbnuance zarter, intensiver, wärmer oder kühler erscheinen.“