Inszenierung | MüllerKälber
„Endlich meinen Weg gefunden“
Das jüngste Projekt – der Umbau des Auktionshauses Eppli – markierte für Holger Müller von MüllerKälber einen entscheidenden Wendepunkt. Die Firma verabschiedet sich vom klassischen Ladenbau und positioniert sich künftig als spezialisierter Dienstleister für Licht und Vitrinen.
Das große und ehrgeizige Projekt von Eppli in der Innenstadt von Stuttgart wurde für MüllerKälber zum Schlüsselerlebnis. Schon beim vorherigen Projekt für Juwelier Kopf in Feldkirch zeichnete sich eine neue Ausrichtung ab, doch beim Eppli-Umbau wurde sie klar und auf höchstem Niveau umgesetzt.
Denn niemand Geringerer als Blocher Partners, eines der wichtigsten Architektur- und Designbüros in Deutschland mit rund 250 Mitarbeitern und Haus- und Hofarchitekt von Juwelier Bucherer für die deutschen Standorte, hatte die Gesamtleitung beim Eppli-Projekt inne, bei dem mehrere Standorte zu einer Zentrale mitten am historischen Marktplatz von Stuttgart zusammengeschlossen wurden.
Damit die Ware aber auch wirklich im allerbesten Licht glänzt, beauftragte Eppli den Spezialisten MüllerKälber mit der Inszenierung, sprich: dem Schaufenster und sämtlichen Vitrinen, einschließlich deren Beleuchtung. Das Projekt und die Herausforderungen, erinnert sich Holger Müller, wuchsen ebenso wie am Ende die Gewissheit, das Beste realisiert zu haben. Aber das Beste – das musste sich Holger Müller eingestehen – erreicht er nicht beim Ladenbau: „Wie könnte ich mit Größen wie Blocher Partners in Innenarchitektur, Design oder Projektmanagement mithalten? Meine Stärke liegt in der Präsentation von Luxusprodukten“, sagt Holger Müller.
Er baut Vitrinen für zahlreiche Museen, den FC Bayern München, die „Körperwelten“ oder Millionäre, die ihre Lieblingsautos im Wohnzimmer stehen haben wollen. Klar, dass er sich auch bei Juwelieren mit ihren „höchsten Werten auf kleinstem Raum“ eine einzigartige Expertise angeeignet hat. Mit den Jahren hat sich als ehemaliger Teil des Vitrinenbaus die Beleuchtung zum eigenständigen Großthema entwickelt – vor allem beim Juwelier, der vom Funkeln seiner Diamanten lebt.
Und weil Holger Müller weder für Vitrinen noch Schaufenster oder Beratungssituationen das perfekte Licht gefunden hat, hat er sein eigenes Schmuck-Beleuchtungssystem „MK Opti Light“ entwickelt. Beim Eppli-Projekt waren seine beiden Spezialgebiete Vitrine und Licht gefragt – und zwar auf bislang unerreichtem Niveau.
Die Masterarbeit
Solch eine Tür hat die Welt noch nicht gesehen. Eppli hatte sich zur Präsentation seiner Auktionsware deckenhohe Vitrinentüren gewünscht, ebenbündig und mit verdeckten Beschlägen, wegen der Optik und der Versicherung. Klingt einfach, gibt es aber noch nicht. Denn die Versicherungsauflagen erfordern starkes Glas, was eine Tür bei der Höhe von drei Metern schwerer als 100 Kilogramm macht. Für Holger Müller war das eine Herausforderung ganz nach seinem Tüftler-Geschmack. Er baute die Situation in seiner eigenen Werkstatt nach und arbeitete so lange an Scharnieren, Türblatt, Laufschienen, Rollmechanismus und Stoppern, bis er eine Lösung gefunden und produziert hatte, die ihm nicht nur einen erweiterten Auftrag bei Eppli einbrachte, sondern auch die Gewissheit, künftig vor allem die Sachen zu machen, die ihm Spaß machen und die kein anderer hinbekommt.
Freiheit für den Juwelier
Für den umbauwilligen Juwelier ergeben sich mit MüllerKälbers Fokussierung auf Licht und Vitrine ganz neue Freiheiten, die wie bei Eppli zu einem nie erreichten Niveau führen können. Denn auf der Suche nach dem besten Ergebnis kann sich der Juwelier künftig ausschließlich auf echte Spezialisten konzentrieren. Die Bereiche Planung und Projektsteuerung bleiben beim Architekten oder Innenarchitekten, die handwerklichen Gewerke wie gewohnt beim örtlichen Handwerker, wobei MüllerKälber das komplette Thema Präsentation einschließlich Lichtplanung übernimmt. Denn wenn es wirklich so gut werden soll wie bei Eppli, wird der Schreiner nicht die Vitrinen und der Innenarchitekt nicht das Lichtkonzept übernehmen.
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