Sicarú Cuéllar Paprotte und Theresa Lischke
Celia-Holtzer-Stipendium 2026 vergeben
v.l.n.r.: Dr. Sabine Runde, Nicola Jäger, Theresa Lischke, Sicarú Cuéllar Paprotta, Malte Guttek
Bild: @GfG-Archiv
Die Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V. hat vor wenigen Tagen im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau das Celia-Holtzer-Stipendium 2026 verliehen. Ausgezeichnet wurden Sicarú Cuéllar Paprotte und Theresa Lischke, zwei Schülerinnen der Staatlichen Zeichenakademie Hanau, deren Projekte die Jury durch konzeptionelle Tiefe und handwerkliche Qualität überzeugten.
Das jährlich vergebene Stipendium ist mit insgesamt 14.000 Euro dotiert und richtet sich an Absolventinnen der renommierten Ausbildungsstätte. Es ermöglicht ihnen, nach Abschluss ihrer schulischen Ausbildung ein eigenständig entwickeltes Gestaltungsprojekt umzusetzen. Neben finanzieller Unterstützung umfasst die Förderung auch fachliche Begleitung durch Mentorinnen sowie die Möglichkeit zu Forschungsreisen.
Sicarú Cuéllar Paprotte
Sicarú Cuéllar Paprotte überzeugte mit ihrem Projekt „Formen des Verlusts“, das sich mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Trauer auseinandersetzt. Im Zentrum steht das historische Material Gagat, das traditionell im Trauerschmuck verwendet wird. Ziel des Projekts ist es, neue Ausdrucksformen für individuelle und kollektive Verlusterfahrungen zu entwickeln und diese in einen zeitgenössischen Kontext zu überführen.
Theresa Lischke
Theresa Lischke wurde für ihr experimentelles Vorhaben „Die Musterbücher der Zeichenakademie“ ausgezeichnet. Ausgangspunkt sind historische Vorlagen aus Stick- und Klöppelbüchern, die sie mit modernen Hochleistungsfasern wie Carbon und Aramid interpretiert. Ihr Ansatz hinterfragt binäre Denkmuster und verbindet textile Handarbeit mit technologischen Materialien – ein Spannungsfeld zwischen Fragilität und Widerstandsfähigkeit.
Die Jury
An der Vergabe der Stipendien waren als Jury beteiligt: Malte Guttek (Geschäftsführer der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V. und Leiter des Deutschen Goldschmiedehauses Hanau), Nicola Jäger (Goldschmiedemeisterin und Produktdesignerin) und Dr. Sabine Runde (ehemalige Oberkustodin, Museum Angewandte Kunst Frankfurt). Beide Projekte zeichnen sich laut Jury durch einen forschenden Ansatz aus, der traditionelle Techniken mit aktuellen Fragestellungen verknüpft und neue Perspektiven innerhalb der Schmuckgestaltung eröffnet.
Start 2027
Die Stipendiatinnen werden 2027 mit der Umsetzung ihrer Arbeiten beginnen. Die Ergebnisse sollen abschließend im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau präsentiert werden. Begleitend dokumentieren sie ihre Projekte über den Instagram-Kanal des Stipendiums.
Celia-Holtzer-Stipendium
Das Celia-Holtzer-Stipendium wird im Andenken an die Goldschmiedin Celia Holtzer (1957–2003) vergeben, die selbst an der Zeichenakademie Hanau ausgebildet wurde. Gestiftet wurde die Förderung von ihren Eltern, um junge Talente nachhaltig in ihrer künstlerischen Entwicklung zu unterstützen.
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