Heraeus Goldmarktbericht

Konsolidierung nach Rekordrally

Der Goldmarkt zeigt sich trotz geopolitischer Spannungen in einer Korrekturphase, schreibt Heraeus. Nach einem außergewöhnlich starken Anstieg seit Anfang 2025 setzen Gewinnmitnahmen ein – begleitet von neuen Unsicherheiten rund um Zinsentwicklung und Konjunktur.

23. März 2026 Axel Henselder
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Geopolitische Krisen und der Krieg im Nahen Osten bestimmen weiterhin die Schlagzeilen, doch am Goldmarkt rückt ein anderes Thema in den Fokus: die spürbare Korrektur nach einer historischen Rally. Nachdem der Goldpreis Ende Januar ein extrem überkauftes Niveau erreicht hatte, befindet er sich nun in einer erwartbaren Konsolidierungsphase.

Ein Blick auf die Entwicklung verdeutlicht die Dimension: Lag der Preis zu Beginn des Jahres 2025 noch bei 2.625 US-Dollar je Unze, erreichte er Anfang 2026 bereits 4.319 US-Dollar – ein Anstieg von rund 65 Prozent für ein traditionell eher schwankungsarmes „Safe-Haven“-Asset. Der Relative-Stärke-Index (RSI) kletterte dabei zeitweise auf 93 und signalisierte eine deutliche Überhitzung des Marktes.

Trotz der jüngsten Rückgänge bleibt die Performance beachtlich: Seit Jahresbeginn 2026 liegt Gold weiterhin rund sechs Prozent im Plus, im Vergleich zu Anfang 2025 sogar etwa 75 Prozent. Allerdings könnte sich das Bild weiter eintrüben, sollte der Preis unter wichtige Unterstützungsmarken fallen.

Auch geldpolitische Signale beeinflussen die Entwicklung. Die US-Notenbank hat die Zinsen zuletzt wie erwartet unverändert gelassen, hält sich jedoch die Option für eine Senkung im weiteren Jahresverlauf offen. Gleichzeitig wurden innerhalb des Gremiums auch Stimmen laut, die eine mögliche Zinserhöhung ins Spiel bringen.

An den Märkten hat sich die Erwartungshaltung zuletzt deutlich verschoben: Während zuvor mehrere Zinssenkungen diskutiert wurden, gilt aktuell ein unverändertes Zinsniveau als wahrscheinlichstes Szenario. Dahinter folgt die Möglichkeit einer einzelnen Zinssenkung, während mehrere Schritte nach unten zunehmend unwahrscheinlich erscheinen.

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und möglicher Wachstumsdämpfer könnte sich die geldpolitische Richtung jedoch erneut ändern. Sollte sich die Konjunktur abschwächen, dürfte der Druck auf die Notenbanken steigen, die Zinsen doch zu senken – ein Faktor, der dem Goldpreis mittelfristig wieder Auftrieb geben könnte.

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