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Ein Diamant-Embargo wäre nicht hilfreich!

Der Pforzheimer Diamantspezialist Eitan Gul steht einem vollständigen Embargo von Alrosa, dem größten Förderer der Welt, kritisch gegenüber.

GZ: Wie beurteilen Sie die Lage auf dem Diamantmarkt?
Eitan Gul: Bereits seit einem halben Jahr steigen die Diamantpreise aufgrund der hohen Nachfrage, der Inflation und der bisher Corona-bedingten heruntergefahrenen Produktion. Je nach Warenart haben wir bis dato Preissteigerungen zwischen 40 und 60 Prozent. Wäre alles normal weitergelaufen und gäbe es nicht einen Krieg, hätten wir ab April eine Konsolidierung auf hohem Niveau.

Was sagen Sie zu einem Bann von russischen Diamanten?
Der World Diamond Council WDC hat persönliche Sanktionen gegen den Geschäftsführer von Alrosa und weitere Sanktionen für neue Investitionen aus dem Ausland in den russischen Minenkonzern beschlossen, allerdings kein Embargo auf Diamanten verhängt. Ein Bann von russischen Diamanten würde nur dazu führen, dass andere Lieferwege über Dubai, Hongkong, Shanghai oder Mumbai genutzt werden.

Was würde dann passieren?
Die Transparenz wäre nicht mehr gegeben und all die Arbeit, die wir in den letzten Jahren geleistet haben, um den Markt transparenter zu machen, wäre mit einem Schlag umsonst gewesen. Dabei haben wir mit dem Kimberley Prozess und dem Responsible Jewellery Council so viel Gutes erreicht und diesen hohen Grad an Transparenz geschaffen. Diamanten sind so zu einem Rohstoff geworden, der höchsten ethischen Standards genügt und Menschen fair bezahlte Jobs entlang der kompletten Wertschöpfungskette bietet.

Gibt es denn für die Verbraucher Alternativen?
Ja, wir geben dem Verbraucher eine Transparenz und Sicherheit bei Zertifikatsteinen ab 0,30ct. Wer die Herkunft seines Diamanten wissen möchte, kann Steine aus Kanada oder aus bestimmten Staaten in Afrika erwerben. Das kostet einen Aufpreis. Durch unsere guten Geschäftsbeziehungen werden wir von unseren Lieferanten unterstützt, diese Transparenz zu gewährleisten.

Gilt das auch für kleine Steine?
Bei Kleinware sieht es ganz anders aus. Alrosa ist mit einem Marktanteil bis zu 60 Prozent bei Kleinware unverzichtbar. Niemand kann bislang diese Ware zur Mine zurückverfolgen. Die Schleifereien sind damit noch überfordert, sie müssten ihre Betriebe in verschiedene Produktionsstränge splitten. Das tut bis jetzt keiner, denn es wäre ineffizient und viel zu teuer.

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