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Rolex, Patek Philippe, Chopard, Chanel und Tudor verlassen die Baselworld

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Harter Schlag für die Baselworld: Die wichtigsten Aussteller haben heute verkündet, der strauchelnden Schmuck- und Uhrenmesse in Basel den Rücken zuzukehren. Stattdessen wollen Rolex, Patek Philippe, Chopard, Chanel und Tudor in Zusammenarbeit mit der Fondation de la Haute Horlogerie in Genf im April 2021 eine neue Uhrenshow veranstalten. 

Den April 2021 sollten sich Uhrenliebhaber schon heute rot im Kalender markieren: Heute wurde bekannt, dass in einem Jahr gleichzeitig mit Watches & Wonders (ehemals SIHH) eine neue Uhrenshow auf dem Genfer Messegelände Palexpo stattfinden wird. Deren Aussteller waren bisher die Protagonisten der Baselworld, alle im vorderen Bereich der prestigeträchtigen Halle 1 vereint: Rolex, Patek Philippe, Chopard, Chanel und Tudor.

Als Grund für die Absage nennt eine gemeinsame Presseerklärung dieser Marken „eine ganze Reihe einseitiger Entscheidungen, die durch das Baselworld-Management ohne Rücksprache getroffen wurden, darunter die Verschiebung der Uhrenmesse auf Januar 2021 sowie die Unfähigkeit, die Bedürfnisse und Erwartungen der Marken zu erfüllen“. Zur Unzufriedenheit dürfte eine weitere Entscheidung der Baselworld-Veranstalter, der MCH Group, beigetragen haben: Diese hatte Anfang April verkündet, dass 85 Prozent der für 2020 getätigten Zahlungen der Aussteller direkt auf den Nachholtermin im Januar 2021 übertragen werde; die restlichen 15 Prozent dienten zur Deckung bereits angefallener Kosten. Wer schon jetzt Geld zurück wolle, werde nur 30 Prozent erhalten; 40 Prozent würden dann direkt mit den Kosten für die Baselworld 2021 verrechnet und die restlichen 30 Prozent verblieben mutmaßlich bei der Messeorganisation.

Das Komitee der Schweizer Aussteller hatte der Messeleitung laut der Züricher Tageszeitung NZZ daraufhin einen „geharnischten Brief“ geschickt und eine Rückerstattung sämtlicher Gebühren für die abgesagte Ausgabe 2020 verlangt. In diesem Schreiben hieß es laut NZZ unter anderen, dass man sonst befürchte „dass dies schlicht und einfach das Ende der Baselworld sein wird.“

Nun haben die Top-Marken der Baselworld diese Drohung wahr gemacht und bereits Einzelheiten zur neuen Uhrenshow verkündet: Diese wird – ebenso wie Watches & Wonders – von der Fondation de la Haute Horlogerie organisiert und konzentriert sich auf Handel, Presse und VIP-Kunden. Beide Veranstaltungen sollen zeitgleich im Palexpo in Genf im April 2021 stattfinden. Zudem könne man sich eine Ausweitung auf andere Marken vorstellen, heißt es in der Pressemitteilung.

Auch die Chefs der beteiligten Uhrenmarken äußerten sich bereits zu ihren Beweggründen. So sagte Jean-Frédéric Dufour, Vorstandsvorsitzender von Rolex SA und Vorstandsmitglied von Montres Tudor SA: „Angesichts der Entwicklung der Baselworld und der jüngsten Entscheidungen der MCH Group haben wir trotz der großen Verbundenheit mit der Messe beschlossen, uns zurückzuziehen. Es erschien als logische Konsequenz, eine neue Veranstaltung zu schaffen.“

Auch Thierry Stern, Präsident von Patek Philippe, spricht in einem Statement davon , dass man sich die Entscheidung nicht leichtgemacht habe. Aber: „Heute entspricht Patek Philippe nicht mehr der Vision von Baselworld, es gab zu viele Diskussionen und ungelöste Probleme, Vertrauen ist nicht mehr vorhanden.“

Karl-Friedrich Scheufele, Co-Präsident von Chopard et Cie SA, nennt die Kündigung aufgrund der langjährigen Verbundenheit mit der Baselworld eine „schmerzhafte Entscheidung“, sieht aber neue Chancen: „Die neue Veranstaltung in Genf parallel zu Watches & Wonders ermöglicht uns, besser auf unsere Partner und Kunden einzugehen.“

Wie geht es nun mit der Baselworld weiter – nun, da die wichtigsten Aussteller fehlen? Schon vor Rolex, Patek Philippe, Chopard, Chanel und Tudor hatte Breitling die Beteiligung an der Messe abgesagt. Die Swatch Group, 2018 zum letzten Mal in Basel präsent, hatte erst kürzlich bestätigt, nicht mehr zur Baselworld zurückkehren zu wollen.

 

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