Das Magazin für Schmuck und Uhren

Events

Foto: Hannes Magerstaedt

| Events

Lorenz darf Preis behalten

Deutscher Schmuck- und Edelsteinpreis

Christian Lorenz, Graveurmeister aus Idar-Oberstein, darf den im November verliehenen ersten Preis beim 50. Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis behalten. Am Mittwoch hatte der erweiterte Vorstand des Bundesverbandes der Edelstein- und Diamantindustrie e.V. eine Sondersitzung einberufen und dies einstimmig entschieden. 

Lorenz wird vorgeworfen, dass sein Löwenamulett extreme Ähnlichkeiten zu einer Zeichnung der Berliner Künstlerin Svenja Schmitt aufweist, ohne dass er dies offengelegt hat. Während der Sitzung habe Lorenz dies eingeräumt, so der Bundesverbands-Geschäftsführer Jörg Lindemann. Im weiteren Verlauf sei es ihm jedoch gelungen, den Teilnehmern seinen eigenen – vor allem handwerklichen – Leistungsanteil nachvollziehbar darzulegen. Aus diesem Grund sei das Amulett „definitiv keine Kopie“, so Lindemann. Eine „gewisse Eigenständigkeit“ sei durchaus erkennbar. Im Übrigen verweise der Vorstand ausdrücklich auf die Jury, die vor allem die herausragende handwerkliche Qualität der Wettbewerbsarbeit gewürdigt hätte, so der Geschäftsführer. 

Das Votum des Verbandes beendet nun die Diskussion, ob der Preis zurückgegeben werden muss. Der Verband hat entschieden, was er entscheiden konnte: dass die Einreichung den Regularien entspricht. Offen bleibt, ob die Jury entschieden hätte, wie sie entschieden hat, wenn sie um die „Inspiration“ gewusst hätte. Nach Informationen der GZ ist dies durchaus nicht klar. Fraglich bleibt vor allem, ob aufgrund der extremen Ähnlichkeiten Christian Lorenz – gegenüber den Mitbewerbern und der Jury – nicht moralisch verpflichtet gewesen wäre, von Anfang an offen mit dem Thema des Vorbilds umzugehen. 

Aber nun ist es am wichtigsten, dass wieder Ruhe einkehrt in Idar-Oberstein.

Zurück