Inhorgenta 2026
Wo aus Begegnungen bleibende Werte entstehen
Bild: Hannes Magerstädt
Die Inhorgenta 2026 versteht sich mehr denn je als Ort echter Begegnung. In einer zunehmend digitalen Welt rückt die Messe den persönlichen Austausch in den Mittelpunkt – und macht Handwerk zum emotionalen Erlebnisraum. „Wir leben in einer digitalen Welt. Das Wertvollste sind persönliche Momente – real von Mensch zu Mensch“, betont Stefanie Mändlein, Exhibition Director Inhorgenta, auf der Eröffnungs-Pressekonferenz. Genau dafür habe man in den vergangenen Jahren intensiv gearbeitet: „Wir wollten einen Ort der Begegnung schaffen – eine moderne Messe, die Kultur, Handel und Gemeinschaft verbindet.“ Hospitality sei dabei weit mehr als Catering: „Wir verstehen uns als Gastgeber. Das ist eine Haltung.“
Im Zentrum steht das Leitthema „Craftsmanship“. Für Stefan Rummel, CEO der Messe München, verbindet es alle Akteure: „Da geht es nicht nur um Produkte und Logos, sondern um menschliches Können, das am Ende zu Emotionen führt.“ Die Messe werde zur „lebendigen Werkstatt“. Über 30 Stationen, Live-Demonstrationen und kuratierte Sonderflächen machen Handwerk sichtbar und greifbar. „Wir wollen den Meistern über die Schulter schauen und zeigen, dass Handwerk kein Relikt der Vergangenheit ist, sondern die Hightech-Basis unserer Zukunft.“
Inszenierung spielt dabei eine zentrale Rolle. Farbe, Licht und Energie ziehen sich durch die Hallen. „Es geht um Mehrwert und Erlebnisse“, so Rummel. Gleichzeitig steht die Messe für Stabilität: 900 Aussteller, 1.200 Brands, sechs Hallen und rund 25.000 erwartete Fachbesucher unterstreichen die Position im Markt. Zwar sei die Zahl deutscher Aussteller rückläufig – ein Spiegel der gesamtwirtschaftlichen Lage –, doch die Internationalität überkompensiere dies. Italien ist das stärkste Ausstellerland, gefolgt von Indien und China. Auch Partnerschaften mit der Schweiz, Frankreich, Polen, Rumänien, Spanien und Belgien stärken die europäische Verankerung. „Wir positionieren uns als Tor zum europäischen Markt“, sagt Rummel.
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Wirtschaftlich befindet sich die Branche in einem Spannungsfeld. Guido Grohmann, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes Schmuck + Uhren, spricht von „spürbarer Spannung“. Die Außenhandelszahlen glänzten insbesondere im Schmuckbereich. Doch ein erheblicher Teil des Wachstums sei preisgetrieben: „Steigende Edelmetallpreise bedeuten nicht automatisch eine höhere Nachfrage oder bessere Margen.“ Unternehmen kämpften mit höheren Lagerwerten, steigenden Finanzierungskosten und wachsender Preissensibilität der Kunden. 2025 sei „weniger ein Jahr des Wachstums als ein Jahr des Realitätschecks“. Dennoch zeige die Branche Professionalität im Umgang mit Unsicherheiten. Im Handel zeichnet sich ein differenziertes Bild ab. Stephan Lindner, Präsident des Handelsverbandes Juweliere, berichtet von stabilen Umsätzen auf hohem Niveau. Schmuck und Uhren legten jeweils um 2,1 Prozent zu. „Das Motto des Käufers ist: ‚Wenn, dann richtig.‘“ Kundinnen und Kunden kauften gezielt und hochwertig – insbesondere individuelles Goldschmuckdesign und Marken im Top-Segment profitierten.
So vereint die Inhorgenta 2026 wirtschaftliche Realität mit emotionaler Aufladung. Zwischen Luxus, Design und Handwerk entsteht ein Raum, in dem Geschäftsnutzen und Erlebnis kein Widerspruch sind. Oder wie es Stefan Rummel zusammenfasst: „Craftsmanship verbindet uns alle.“
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