Das Magazin für Schmuck und Uhren

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„Wir bieten uns als Vermittler an“

CV

Jüngst stellte der CV seine aktuelle Studie zur Zahlungsmoral vor. Die GZ sprach mit Geschäftsführer Matthias Wolf über die aktuellen Entwicklungen.

GZ: Was tut sich momentan bei der Zahlungsmoral der Schmuck- und Uhrenbranche?

Matthias Wolf: Das erste Halbjahr war sehr ruhig, unsere Mitglieder erwarten eine deutliche Verschlechterung der Zahlungsmoral für das Gesamtjahr. Wir bekommen im Schnitt 240 Tage nach Fälligkeit die Forderungen rein. Oft landen bei uns Außenstände auf den Tisch, die rein rechtlich gesehen schon verjährt sind. Deshalb appelliere ich an unsere Mitglieder, möglichst früh zu uns zu kommen, dann ist der Realisierungserfolg viel höher. Die Chancen auf Begleichung der Rechnungen nimmt von Tag zu Tag ab.

Die großen Brands sind da rigoroser?

Ja, sicher, die großen Marken nutzen ihre Macht aus und schöpfen die vorhandene Liquidität als Erste mit Lastschrift- oder Abbuchungsverfahren ab. Dann kommt ganz lange nichts. Folge: Die kleinen und mittleren Unternehmen sind allein abhängig vom Verkaufserfolg.

Wann sollten die Alarmglocken klingeln?

Ich wäre schon sehr vorsichtig, wenn Zahlungsziele wiederholt entgegen der Absprachen nicht eingehalten werden.

 

Bei mehr als der Hälfte der Unternehmen, die das Zahlungsziel von bis zu 30 Tagen angeben, wird auch in diesem Zeitraum bezahlt. 2017 boten 20 Prozent der Befragten ein Zahlungsziel bis 60 Tage an, 36 Prozent bekommen in diesem Zeitraum ihr Geld

Wie steht die Schmuck- und Uhrenbranche beim Zahlungsverhalten eigentlich im Vergleich zu anderen Fachhandelszweigen da?

Grundsätzlich ist es immer schon so gewesen, dass die Branche hier eigenen Gesetzen bei Zahlungsziel und -dauer folgt. Die längeren Zahlungsfristen liegen natürlich in der hohen Kapitalbindung begründet, die die Liquidität begrenzen. Die Industrie bietet von sich aus Zahlungsziele von drei bis vier Monaten an, um frische Ware in die Auslagen zu bekommen. Die Verlängerung der Zahlungsziele, die derzeit zu beobachten ist, dient der Industrie ganz klar auch als Absatzinstrument.

Viele versuchen, die Forderungen selbst einzuholen, ohne Beteiligung des CV …

Ja, aber hier darf man den Aufwand nicht außer Acht lassen, zum Beispiel den Einsatz des Außendienstes. Viele scheuen die Beteiligung des CV, da sie befürchten, dass würde die Chemie mit dem Kunden beeinträchtigen. Das muss aber nicht sein. Wir bieten hier mit unserem Mahnservice den sanften Einstieg – lange bevor es zum Inkasso kommt. Firmen delegieren das komplette Forderungsmanagement an uns und vermitteln das auch ihren Kunden. Das funktioniert sehr gut, da wir als neutraler Vermittler zwischen Gläubiger und Schuldner auftreten. Wir bieten so nicht nur der Forderung, sondern auch der Zusammenarbeit zwischen Zulieferer und Abnehmer eine Zukunft.

Text: Axel Henselder

www.cvp.de

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