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Foto: Volker Renner

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„Wir arbeiten ganz normal weiter“

Interview

In Bayern mussten wegen der Corona-Krise heute sämtliche Geschäfte bis zum 19. April schließen, die nicht der Grundversorgung dienen, also auch alle Juweliere. Wie gehen sie damit um? Ein Anruf bei Kai Pierre Thieß, dem Geschäftsführer von Juwelier Hilscher, der in München-Schwabing und am Münchner Flughafen drei Geschäfte betreibt.

Hallo Herr Thieß, wo erreiche ich Sie gerade?
Ich bin im Laden in Schwabing. 

Sie mussten heute ja Ihre Geschäfte in Schwabing und am Flughafen für einen ganzen Monat schließen – wie gehen Sie mit der Situation um?
Wir mussten die Geschäfte für den Publikumsverkehr schließen, richtig. Aber wir arbeiten ganz normal weiter und beraten und informieren unsere Kunden jetzt eben auf allen anderen Kanälen – per Telefon, E-Mail, Social Media und WhatsApp, wie im Übrigen vorher auch schon. Die meisten Kunden haben sowieso meine E-Mail-Adresse und Handynummer, und wer sie noch nicht hatte, dem haben wir sie mitgeteilt. Und wir beliefern die Kunden nun im Versand, der funktioniert ja weiterhin. 

Wie reagieren Ihre Kunden darauf?
Bisher sehr, sehr gut! Wir haben ausschließlich positive Reaktionen bekommen und wirklich keine einzige negative. Das macht uns zuversichtlich, dass wir diese Situation gut durchstehen werden. Wichtig ist zu zeigen: Wir sind weiter da und können beraten und auch liefern. 

Schon in den Wochen zuvor waren ja spürbar weniger Touristen unterwegs, sicher auch in München. Wie sehr hat Sie das getroffen?
Überhaupt nicht. Wir haben uns schon vor Jahren unabhängig vom touristischen Geschäft gemacht, hier gab es ja schon immer große Auf und Abs. Unsere Kunden sind heute hauptsächlich lokal, was jedoch ausländische Unternehmer einschließt, die sich hier in Bayern niedergelassen haben. Deshalb und aufgrund unserer Unternehmensplanung haben wir die letzten Jahre ein sehr stabiles Geschäft. Selbstredend haben wir diese Zeit genutzt, um Rücklagen zu bilden, davon werden wir nun profitieren. 

Stehen Sie auch im Kontakt mit Kollegen, die nach Rat fragen?
Mit Berufskollegen stehen wir im engen Kontakt, aber auch das nicht erst seit der aktuellen Situation. Wir haben unser Ohr immer „nah an der Schiene“ und können wie die anderen auch in unserer langen Firmengeschichte auf viele Erfahrungen aus schwierigen Zeiten zurückgreifen. Wir sind zuversichtlich und planen konservativ. Das wichtigste ist für uns, die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter, die uns vertrauen, zu erhalten und Ihnen nun individuell zu helfen. Sei es in der Schulkinderbetreuung oder in jedem anderen Bereich. Wir kommunizieren sehr transparent mit ihnen und mit unseren Kunden. Ich kann jedem nur raten, jetzt mit Bedacht vorzugehen und nicht in Panik zu verfallen.

 

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