Das Magazin für Schmuck und Uhren

Wirtschaft

„Wer gezielt wirbt, der wird gefunden.“

CEM

Guido Abeler, Geschäftsführer von Carl Engelkemper Münster, weiß, was den Markt bewegt. Als Großhändler für Schmuck, Uhren und Technik deckt er alle Angebotsbereiche des Fachhandels ab. Im GZ-Interview äußert er sich exklusiv zu den jüngsten Entwicklungen.

GZ: Wie beurteilen Sie die Fachhandelskonjunktur in diesem Jahr?

Guido Abeler: Im ersten Halbjahr waren nicht alle Juweliere glücklich, vor allem die Trendmarken waren rückläufig. Das führte an einigen Stellen auch zu Frustration und Order-zurückhaltung beim Fachhandel. Seit Mitte Mai ungefähr verspüren wir eine Belebung des Marktes und die Fachhändler zeigen sich wieder deutlich zufriedener und zuversichtlicher.

Welche besonderen Trends bei Schmuck sind Ihnen dabei bislang aufgefallen?

Bei Schmuck haben wir sehr gute Umsätze mit Mittelteilcolliers mit modernen grafischen beziehungsweise geometrischen Formen gemacht. Dazu passend werden Sets nachgefragt. Dieser Schmuck verkauft sich in Silber mit Zirkonia, aber auch in Gold. Ein weiterer Trend ist der klassische Einsteiner-Schmuck: Hier dominieren Ringe, Ohrringe, Anhänger in allen Legierungen – mit Zirkonia, aber auch mit Brillanten.

Und wie sieht es bei den Uhren aus?

Unsere Vertriebler berichten, dass große Damenuhren mit ausgefallenen Zifferblättern besonders gut laufen. Das ist völlig gegenläufig zu den Trendberichten, die besagen, die Uhren würden wieder kleiner und die Zifferblätter wieder reduzierter, schlichter, grafischer werden. Aber unsere Umsatzzahlen besagen etwas anderes. Bei den Herrenuhren sind es die sportlichen Versionen wie unsere „Adora Nautic“, die beliebt sind. Auch große, kräftige Chronographen gehen häufiger über die Ladentheke. Und: Das Milanaise-Band ist gefragt.

Der Uhrenabsatz soll 2016 in Deutschland geschrumpft sein. Wie sieht es in diesem Jahr aus?

Wir waren mit den Umsätzen bei Uhren auch 2016 sehr zufrieden. Die Verkäufe beim Basisprogramm, den Brot- und Butter-Produkten, sind stabil. Vor allem modische Uhren bis zu einer Schallgrenze von 100 Euro laufen gut.

Was sind die Erfolgsfaktoren Ihrer Hausmarke Adora?

Nun, sie bestehen aus robusten Edelstahl--Uhren in guter Qualität, ideal für den Alltag geeignet und dies zu vernünftigen Preisen. Diese sind perfekt dekoriert in der Drehvitrine und verkaufen sich praktisch ohne Beratung von selbst. Der sehr gute Absatzerfolg bei -minimalem Aufwand und Platzbedarf im -Geschäft gibt unserem Konzept recht.

Wie entwickelt sich die Marke Abeler & Söhne?

Wir sind sehr zufrieden, besonders erfolgreich sind die Kernpreislagen von 199 bis 299 Euro. Hier handelt es sich um etwas geho-benere -Uhren made in Germany. Bestseller sind ganz schlichte, klassische Zwei- beziehungsweise Dreizeigeruhren zwischen 150 und 200 Euro. Aktuell haben wir für die -Marke einen Facebook-Auftritt aufgebaut, der gut angenommen wird.

Welche Trends beobachten Sie im Schmuckbereich?

Der Basisschmuckbereich hat aufgrund der schrumpfenden Bedeutung der Trendmarken deutlich gewonnen. Armbänder für Männer und Frauen in Stahl und Silber, auch mit ma-ritimen Motiven, laufen gut. Zudem konnte Gold weiter zulegen. Bei den Farben geht es mehr in Richtung Gold und Bicolor. Beim Steinbesatz sind die Lieblingsfarben der Deutschen Weiß, gefolgt von Blau. Insgesamt ist das große Bling-Bling nicht mehr so gefragt, man liebt es beim Steinbesatz eher dezent. Zudem bleiben die Designs eher filigran.

Immer mehr Juweliere tendieren wieder dazu, ihren guten Namen in den Vordergrund zu stellen, statt sich hinter Marken zu verstecken. Ist das tatsächlich so?

Ja, das beobachte ich auch. Marken kommen und gehen. Der Juwelier mit seiner Qualitätsaussage, seinem Angebot und Service bleibt die vertrauensvolle Größe vor Ort. Daher funk-tioniert unser „Trends“-Magazin mit seinen zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten auch so gut. Es ist ein Beispiel par excellence, wie man sich mit seinem guten Namen als Anbieter in den Vordergrund stellt. Der Ju-we-lier kann hier seine eigene Geschichte erzählen, mit seinen Bildern, seinem Geschäft und mit seinem Angebot. Er kann, kurz gesagt, das gesamte Magazin auf sich zuschneiden. Das funktioniert. Wir bieten dem Juwelier umfangreiche Unterstützung dabei. Allerdings sparen viele Juwelier angesichts schwieriger Zeiten am falschen Ende. Dabei werden die Verbraucher an so vielen Stellen permanent von allen Seiten umworben. Der Juwelier fällt hinten runter, wenn er nicht auf sich aufmerksam macht. Wer für Weihnachten Ware einkauft, der sollte auch ein paar Euro in die Werbung investieren. Gerade die klassische Streuwerbung erweist sich hier als besonders effektiv.

Was sind Ihre Bestseller im Technikbereich?

Vor allem Geräte, die dem Juwelier Zusatz-angebote erlauben, wie zum Beispiel unsere CNC-Graviermaschine „Magic“. Damit können Fachgeschäfte Schmuck und Uhren indi-vidualisieren. Das ist ein Service vor Ort, der nicht so einfach über das Internet zu bekommen ist.

Wie beurteilen Sie die Aussichten für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft?

Die Aussichten sind gut, bereits in den vergangenen Wochen hat sich die Stimmung im Fachhandel deutlich gebessert. Wir raten un-seren Kunden dringend zur Werbung, um gefunden zu werden. Es ist der richtige Mix aus guter Schaufensterdekoration, gezielter Streuwerbung und Online-Präsenz, der den Erfolg ausmacht.

Text: Axel Henselder

www.engelkemper.de

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