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Die Uhrenhalle 1.0 war wie immer gedrängt voll und für die großen Marken liefen die Geschäfte erfreulich gut

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Weltmesse im Umbruch

Bilanz

Die diesjährige Baselworld vom 22. bis 27. März stand angesichts des Geschehens auf den Märkten und aufgrund der Veränderungen der Messelandschaft auf dem Prüfstand. Die Resultate des Events bewiesen einmal mehr dessen überragende Marktbedeutung.

Die Begleitmusik zur Baselworld 2018 hätte nicht besser sein können: Die Schweizer Uhrenbranche vermeldete kurz vor Messebeginn ein sattes Ausfuhrplus von 12,9 Prozent im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach zwei Jahren Talfahrt stehen alle Zeichen auf Erholung. Die Schweizer Uhrenexporte legten 2017 um 2,7 Prozent auf knapp 20 Milliarden Franken zu. Für 2018 erwarten Experten ein Wachstum von vier Prozent. Die Tatsache, dass die 130 Schweizer Aussteller für 80 Prozent des Exportwerts des Landes stehen, zeigt die Bedeutung der Messe für die hiesige Industrie. Die guten Konjunkturdaten spendierten der Leitveranstaltung reichlich Rückenwind. 

Der Fokus richtet sich auf die Besten der Branche

Doch angesichts der fast halbierten Ausstellerzahl auf knapp 650 Firmen war nicht alles eitel Sonnenschein, wie auch die Messeleitung auf der Pressekonferenz vor dem Start des von acht auf sechs Tage verkürzten Events einräumte. „Ohne Zweifel befindet sich unsere Branche in einer Umbruchsituation“, sagte Sylvie Ritter, Direktorin der Baselworld. „Viele Faktoren spielen hier eine Rolle, die Digitalisierung ist der wichtigste. Wir erleben einen Prozess der Konzentration, in dem die großen Player stärker werden und manche Schwächere Probleme bekommen. Natürlich wirkt sich das auch auf eine Messe wie die unsere aus.“ Sie merkte an, dass es in solch einer Situation nur zwei Alternativen gebe: Expansion oder Konzentration. „Wir haben uns für die Konzentration auf die besten und begehrtesten Marken entschieden.“

Die räumliche und zeitliche Konzentration soll zu einem wesentlich fokussierteren Messeerlebnis führen. Zumal auch die Aussteller profitierten, erzielten sie doch aufgrund des gelichteten Wettbewerberfelds eine viel höhere Aufmerksamkeit. René Kamm, Chef der Messe Schweiz, sagte bei der feierlichen Eröffnung: „Ja, die Messe ist kompakter, aber nicht schlechter. Sie ist ein Spiegel des Marktes.“

Der Besucherandrang war auf dem Niveau von 2017

Die Besucherzahlen lagen auf Vorjahresniveau

Nachdem die Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard die 101. Ausgabe der Baselworld offiziell eröffnet hatte, sollte sich zeigen, dass die Messe allen Unkenrufen zum Trotz nichts von ihrer Strahlkraft eingebüßt hat. Bereits an den ersten beiden Tagen verzeichnete die Messeleitung ein Besucherplus von acht Prozent. Über die gesamte Laufzeit soll die Besucherzahl auf Vorjahresniveau gelegen haben. Tatsächlich vibrierte es in den Messehallen wie eh und je, in der Uhrenhalle 1.0 mit den funkelnden Prachtständen der großen Marken gab es kaum ein Durchkommen. Die Presse war genauso zahlreich angereist wie in den Vorjahren. Die Baselworld ist und bleibt ein Pflichttermin, viele Firmen zeigen ihre Neuheiten exklusiv zuerst hier. Wären da nicht die vielen abgesperrten Hallen gewesen – die Ausstellungsfläche wurde um ein Drittel gegenüber dem Vorjahr verkleinert –, hätte man kaum einen Unterschied zu früher bemerkt.

Die Geschäfte liefen überraschend gut

Die meisten Aussteller waren positiv überrascht, dass trotz der deutlich verkleinerten Messe die Geschäfte außerordentlich gut liefen. „Wir sind sehr zufrieden mit dieser Ausgabe der Baselworld“, bilanziert Jean-Frédéric Dufour, Vorstandsvorsitzender der Rolex SA. „Diese Veranstaltung bleibt ein Muss für die Schweizer Uhrenindustrie.“ Thomas Meier, CEO von Glashütte Original, ergänzt: „Wir sind mit großen Erwartungen auf die Baselworld gekommen, denn das Jahr hat sehr gut für uns begonnen. Und auch die Umsatzzahlen hier auf der Baselworld bestätigen unsere Erwartungen.“ Im Schmuckbereich zeigten sich die Aussteller ebenfalls zufrieden, wie die Aussage von Maria Carola Picchiotti von der gleichnamigen italienischen Luxusjuwelenmarke unter anderem belegt: „Die Baselworld hat erneut ihre Position als weltweit führende Schmuckmesse bewiesen. Wir haben einen nie endenden Strom von Besuchern aus vielen Ländern erlebt.“ Auch Designerin Tamara Comolli ist mit dem Messeformat glücklich: „Die Einkäufer kamen gezielter als früher, mit dem Wunsch, mit uns zusammenzuarbeiten. Für mich ist das sehr angenehm, da ich die verkürzte Messezeit effizienter nutzen kann.“ Und aus der Edelsteinhalle 3 kamen gleichfalls positive Nachrichten: „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Unsere Halle war gut frequentiert und wir konnten viele unserer erlesenen Kunden treffen“, berichtet Bernd Willi Ripp von Groh + Ripp.

Es waren aber auch besorgte Töne zu hören. Um den Bedenken zu entgegnen, berief die Messeleitung am letzten Tag eine außerordentliche Bilanzpressekonferenz ein. Hier wurde verkündet, dass man für kleinere Aussteller an neuen Formaten arbeite sowie die Inhalte und Angebote der Baselworld für das kommende Jahr ausbauen wolle. Allerdings werde man die Zahl der Aussteller nicht „unkontrolliert“ erweitern, sondern alle Maßnahmen würden darauf abzielen, sie zu halten. Alle großen Akteure – unter anderem auch Breitling – hätten bereits ihre Teilnahme an der nächsten Baselworld vom 21. bis 26. März 2019 bestätigt.

Text Axel Henselder

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