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Foto: © MCH Group

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Übernahmepoker um MCH Group?

MCH Group

Seit einigen Wochen sucht die angeschlagene Messegesellschaft MCH Group, Betreiber der Baselworld und der Art Basel, einen Investor im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Nun kamen gleich drei Namen ins Spiel, die Interesse zeigten: Die Schweizer Investorin Annette Schömmel und der australische Medienunternehmer James Murdoch sowie der Hongkonger Milliardär Adrian Cheng. 

Laut der Schweizer Wirtschaftszeitung Finanz und Wirtschaft möchte die Schweizer Investorin Annette Schömmel, die das Finanzunternehmen XanaduAlpha leitet, ein Konsortium zusammenstellen, um 70 Prozent der Beteiligungen von MCH (das wären 350 Millionen Franken), einschließlich der Art Basel, zu kaufen. Sie würde gerne die Art Basel weiter ausbauen und sieht hier noch Potenzial. Die MCH Group lehnt dies aber ab, da die Art Basel von strategischer Bedeutung sei. Mit ihren Events in Basel, Hongkong und Miami Beach erwirtschaftet die Kunstmesse in einem guten Jahr 20 Millionen Franken. Alleine dieses Standbein ist damit rund 200 bis 250 Millionen Franken wert. Die Immobilien sind gut und gerne noch mal so viel wert. Die MCH Group kommt derzeit lediglich auf eine Marktkapitalisierung von 100 Millionen Franken, gilt damit als deutlich unterbewertet. Nun berichten Schweizer Medien, unter anderem The Market, dass auch James Murdoch, Sohn des australischen Medienunternehmers, bereits länger Interesse an einer Investition in die MCH Group habe. Auch hier stünde die Art Basel im Fokus. Gerüchten zufolge ist Murdoch auch der unbekannte Investor, mit dem die Verhandlungen bereits weit fortgeschritten sein sollen. Er soll beste Beziehungen zum MCH-Verwaltungsrat haben und bereits seit Oktober letzten Jahres der Wunschpartner der Messegesellschaft sein. Er würde bei einer Kapitalerhöhung von 100 Millionen Schweizer Franken 30 Prozent zum Bezugspreis von 10 Franken je Anteil erwerben. Das wäre, wenn es zutrifft, ein Schnäppchen. Ein weiterer Kandidat, der Hongkonger Milliardär Adrian Cheng, wurde angeblich bei zwei seiner Versuche, Verhandlungen einzuleiten, vom Management der MCH Group brüsk abgewiesen – obwohl er angeblich bessere Konditionen als James Murdoch ins Spiel gebracht hatte. Zudem ist Cheng in der Kunstszene Asiens eine feste Größe, betreibt unter anderem die Plattform K11. Die bestehenden Großaktionäre beobachten das Ringen mit Stirnrunzeln, einige wollen die Kapitalerhöhung verhindern. Es bleibt spannend, wie es mit der Messegesellschaft weitergeht. Die Baselworld ist und bleibt auf jeden Fall Geschichte.

 

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