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Kommentare zum Lockdown

Stimmen aus der Branche

Deutschlands Handel muss in der wichtigen Vorweihnachtszeit schließen. Die GZ hat sich umgehört: Was sagen Juweliere und Verbände zum Lockdown?

Matthias Laufer-Klitsch, Juwelier Laufer

„Nachdem die Situation von den Entscheidungsträgern offenbar doch zu lange unterschätzt wurde, hätten wir uns trotz der offenkundigen Notwendigkeit zu handeln eine etwas besonnenere Lösung gewünscht – will heißen ein Lockdown evtl. ab dem kommenden Wochenende.

Auf diese Weise hätte man den wirtschaftlichen Schaden sicher eindämmen können – und gleichzeitig die überfüllten Städte der vergangenen Tage wenn schon nicht verhindern, so zumindest entzerren können.

Auch hätte man sicher mehr Kreativität in Bezug auf Zugangsbeschränkungen für die Geschäfte (weniger Kunden pro Quadratmeter Verkaufsfläche), verpflichtende FFP2-Masken und Ähnliches an den Tag legen können. Auch zunächst mit verschärften Ausgangsbeschränkungen und weiteren Kontaktbeschränkungen in den Abendstunden zu beginnen und erst DANN mit zeitlichem Versatz den Einzelhandel zu schließen, wäre sicher denkbar gewesen.

Wir waren mit dem bisherigen Verlauf des Weihnachtsgeschäfts jedenfalls trotz der Umstände zufrieden und sind froh, in der verbleibenden Zeit zumindest noch ein solides Auftragsvolumen abarbeiten zu können. Wir hoffen, dass unsere Kunden von der Möglichkeit der individuellen Terminvereinbarung zur Abholung in den folgenden Tagen regen Gebrauch machen werden, telefonisch und per Mail sind wir auf jeden Fall bis Heiligabend erreichbar.“


Stephan Lindner, Juwelier Fridrich München

„Natürlich hätten wir uns erhofft, dass wir noch diese Woche Zeit zum Verkauf gehabt hätten. Aber anhand der Infektionszahlen, gerade bei uns an der Ostgrenze Bayerns, halte ich die Entscheidung zum Lockdown für richtig. Wir retten damit Menschenleben. Und Weihnachten ist schließlich das Fest der Nächstenliebe. Wir haben heute neue Produkte in unseren Onlinestore geladen und stehen unseren Kunden weiterhin zur Verfügung. Ich bin sicher, wir gehen gestärkt aus dieser Krise hervor.“


Manfred Hilscher, Juwelier Hilscher

„Die aktuelle Situation ist sehr herausfordernd.  Nicht zuletzt durch die Umgestaltung unserer Marketingkonzepte und dem heutigen Erfolg mit unseren Digitalen Kanälen geht es uns im Vergleich zu vielen anderen sehr gut. 

Nichts desto Trotz braucht der Mittelstand, um als Motor der Gesellschaft seine Aufgabe zu erfüllen, gesellschaftliche und personelle Verantwortung zu übernehmen, mutig und nachhaltig zu investieren, politische Stabilität. Vor allem in Zeiten einer gesamtgesellschaftlichen Krise! 

Leider sind wir in dieser Situation, wie der gesamte Mittelstand auf uns allein gestellt und können nur im Blindflug planen. 

Weder wir, noch ein Großteil unserer Kunden, die selber Unternehmer sind, kann die Inkonsequenz und Kommunikationsschwäche unserer Regierung nachvollziehen. Im Gegenteil, es mangelt an brauchbaren Informationen, Konzepten und leider auch an Glaubwürdigkeit. Somit verlassen wir uns auf unsere unternehmerische Erfahrung, verlieren unser Ziel nicht aus den Augen und tun unser Bestes, unser Unternehmen und die Unternehmen, die mit uns arbeiten, so unbeschadet, wie möglich, durch diese Zeit zu manövrieren. 

Exemplarisch für das politische Kommunikationsdesaster, das nichts als Unsicherheit schürt ist das Zitat von unserem Wirtschaftsminister Altmeier, der die Bürger zum „Weihnachts-Shoppingverzicht“ aufruft. Als Unternehmer stehe ich derartig einzelhandelsvernichtenden Äußerungen schlichtweg fassungslos gegenüber.

 Als Münchner Urgestein macht es mich wütend, zu sehen, wie über Generationen geführte, bis dato gesunde Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, weil Ihnen die sprichwörtliche Puste ausgeht. Aber das versteht man wohl nur, wenn man mit seinen eigenen Händen etwas aufgebaut hat und gewohnt ist, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen.“


Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer BVJ

„Wer jetzt die Läden zwangsweise schließt, darf die Juweliere nicht im Regen stehen lassen! Die Branche macht einen überproportionalen Umsatzanteil in den Tagen vor Weihnachten und ist von dem Lockdown besonders hart betroffen. Wir müssen nach einem harten und frequenzarmen Jahr in der umsatzstärksten Zeit des Jahres die Geschäfte zusperren. Aufgrund der kurzfristigen Entscheidung bleibt den Schmuck- und Uhrenhandel keine Chance, das Weihnachtsgeschäft vorzuziehen. Die derzeit geplanten Hilfsprogramme und die Überbrückungshilfen reichen bei weitem nicht. Eine Entschädigung des Handels analog zur Gastronomie im Dezember wäre ein passabler Ansatz. Ohne massive Hilfen von Bund und Land sind viele Betriebe nicht mehr zu retten und gehen als Arbeitgeber, Steuerzahler und Garant attraktiver Innenstädte für immer verloren.“


Marius Schafelner, Juwelier Vogl

„Der aktuelle Lockdown tut weh, scheint aber leider das einzige Mittel zu sein die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen. Die mahnenden Worte an die Bevölkerung haben offensichtlich nicht gereicht. Viele Käufe wurden zum Glück bei uns vorgezogen, so dass die Umsätze bis zum Lockdown dennoch recht ordentlich waren. Viele Kunden melden sich bei uns per Mail und Telefon, das wird nun in den kommenden Wochen wichtig sein, auf allen Kanälen in Verbindung zu bleiben.“

 

 

 

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