Das Magazin für Schmuck und Uhren

Wirtschaft

Foto: Shutterstock

Sprengstoff Online-Handel

Nomos Glashütte

Der Streit um den Vertrieb von Nomos Glashütte geht in die nächste Runde. Der Uhrenhersteller verbietet einem Unternehmensberater per Unterlassungserklärung, ­Konzessionäre zur Kündigung aufzufordern – und der gibt nach. Dieser Sieg geht also an Nomos. Doch im Krieg kann es nur Verlierer geben. – ein GZ-Kommentar

Alle reden übereinander. Aber offensichtlich redet niemand miteinander. Dieser Eindruck entsteht angesichts des Streits, der seit September um den Vertrieb von Nomos Glashütte geführt wird. Er beginnt mit der Erklärung von Nomos Glashütte, künftig offiziell mit den Online-Plattformen Chronext und Chrono24 zusammenzuarbeiten.

Rein formal hat eine Firma das gute Recht, neue Geschäftsbeziehungen einzugehen, ohne dies mit anderen Kunden abzustimmen. Bei Juwelier Wempe ist man darüber allerdings erbost. Immerhin schreibt sich der große deutsche Juwelier nicht zu Unrecht auf die Fahnen, zum Erfolg der Uhrenfirma wesentlich bei­getragen zu haben – war die Aufnahme ins Sor­timent von Wempe für Nomos vor mehr als 15 Jahren doch so etwas wie ein Ritterschlag.

Den Schritt von Nomos ins Netz wollen die Hamburger aber nicht akzeptieren und kündigen Nomos die Zusammenarbeit auf. Daraufhin hat der Ex-Partner nichts Besseres zu tun, als mit dieser Information an die Öffentlichkeit zu gehen. Man wundert sich laut über die Wempe-Entscheidung, die man mit etwas mehr Feingefühl wahrscheinlich hätte vorhersehen können.

Auch andere Nomos-Juweliere sind wenig erfreut über die neuen Online-Aktivitäten der Marke. Unter ihnen wird die Stimmung von Unternehmensberater Ralf Scharenberg aus Münster angeheizt. Er ruft zu einer Petition auf: Juweliere sollen von Nomos die Beendigung der Zusammenarbeit mit Chronext und Chrono24 fordern und andernfalls ihre Konzession zurückgeben. Das tue er, um „Schaden von Nomos, der Branche und dem Fachhandel zu nehmen“, formuliert Scharenberg in einem Schreiben an die Juweliere.

Doch mit dieser Haltung ist nun Schluss: Nomos-Glashütte fordert den Unternehmensberater Ende November zur Abgabe einer Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung auf. Die angedrohten Folgen scheinen gravierend – Scharenberg jedenfalls gibt klein bei und leistet die verlangte Erklärung: Er widerruft seine Aufforderung, die Nomos-Konzession zurückzugeben, und unterrichtet davon einen größeren Personenkreis.

Das juristische Vorgehen von Nomos ­Glashütte gegen Scharenberg zeigt einmal mehr, dass die Marke – bei aller Lässigkeit im öffentlichen Auftritt – geschäftlich überaus ent­schieden agiert. Aber: Letztlich kennt diese Geschichte nur Verlierer und lässt keinen der Beteiligten gut aussehen. Und sie zeigt, wie viel Sprengstoff der Versuch birgt, eine neue Balance zwischen stationärem und Online-Handel zu finden. Doch daran wird die Branche nicht vorbeikommen und so wird es immer wieder zu Scharmützeln kommen. Allerdings wird wohl auch schnell Gras über alles wachsen, denn die in der Zwischenzeit angekündigte Zusammenarbeit von Sinn-Spezialuhren mit Online-Portalen stieß kaum auf Resonanz.

Text: Iris Wimmer-Olbort

www.nomos-glashuette.com

Zurück

„Wir machen Schluss mit kompliziert“

Dr. E. Wirth & Co.

Jüngst stellte der Versicherungsmakler Dr. E. Wirth & Co. eine neue Police speziell für kleine und mittlere Betriebe vor: die „Juwelier Block Compakt“. Geschäftsführer Sven-Christian Dihle berichtet im GZ-Interview über die Resonanz.

Mehr >>

Neue Kaufimpulse braucht das Land

Weihnachtsgeschäft

Die Jahresendrallye steht in den Startlöchern. Jetzt geht es darum, die richtigen Produkte zum richtigen Zeitpunkt in den Schaufenstern zu dekorieren. Schließlich trägt das Weihnachtsgeschäft beim Fachhandel immer noch zu einem Viertel der Jahresumsätze bei.

Mehr >>

„Was jetzt passiert, das ist normal“

2016 ist ein besonderes Jahr für Carl F. Bucherer.

Gerade wurde die neue Manufaktur in Lengnau eröffnet und zur Baselworld wurden ein neues Werk sowie ein Marken-Refresh präsentiert. Ein offenes Gespräch mit CEO Sascha Moeri über seine starken Visionen und den zurzeit schwachen Puls der Schweizer Uhrenindustrie.

Mehr >>

Glühende Verehrung

Seit jeher wird Gold und Silber wiederverwertet.

Die Rohstoffe sind einfach zu wertvoll. Heute stammen circa 30 Prozent des weltweiten Goldangebots aus dem Recycling. Die deutschen Scheideanstalten spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie bedienen praktisch zu 100 Prozent die Nachfrage nach dem gelben Edelmetallaus der Wiederaufbereitung. Doch damit nicht genug: Das Leistungsportfolio umfasst zum Beispiel auch die Entwicklung neuer Legierungen und den 3-D-Druck von Modellen. Auf den folgenden Seiten finden Sie ein Update über die Angebote der führenden Scheideanstalten. 

Mehr >>

Das große Comeback?

In den USA ist Gelbgold seit einiger Zeit wieder auf dem Vormarsch, die Gründe scheinen vielfältig.

Eine Bevorzugung der natürlichen Goldfarbe im Rahmen einer allgemeinen Rückbesinnung auf traditionelle Werte, Authentizität und Unverfälschtheit kann da ebenso ausschlaggebend sein wie die intensive Werbung für (Gelb-) Gold als Kapitalanlage. Die GZ analysiert, ob sich dieser Trend auch in deutschen Juweliergeschäften widerspiegelt oder in Zukunft durchsetzen kann.

Mehr >>

Silberstreif am Horizont

Das Jahr 2015 war nicht leicht für den globalen Diamantenhandel.

Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen verlangsamten die Nachfrage. Ein Überangebot in bestimmten Kategorien drückte auf die Preise. Doch die Trendwende zeichnet sich ab.

Mehr >>

Es geht auch einfach und unkompliziert

Dr. E. Wirth mit seiner völlig neuartigen Policenform

Seine Waren als Juwelier oder Goldschmied richtig zu versichern, erscheint kompliziert und ist voller Fallstricke. Doch das muss nicht sein, wie der Versicherungsmakler Dr. E. Wirth mit seiner völlig neuartigen Policenform, der Juwelier Block Compakt, beweist.

Mehr >>

Treffpunkt der Branche behauptet sich

Die Baselworld 2016 schloss am 24. März mit einer positiven Bilanz ihre Tore.

Trotz der ökonomischen Herausforderungen konnte die Messe ihre Position als wichtigste Plattform für die globale Uhren- und Schmuckindustrie verteidigen.

Mehr >>

Schöne neue Einkaufswelten

Der Fachhandel erlebt zurzeit eine wahre Revolution.

In atemberaubender Geschwindigkeit wird die Konsumwelt ­digitalisiert. Der Juwelier 2.0 verknüpft seine stationäre ­Erlebniswelt gekonnt mit E-Commerce-Lösungen.

Mehr >>

„Akzente für die Zukunft setzen“

Ein Großereignis, auf das sich nicht nur die Branche freut.

Gerhard Baral, Gesamtkoordinator des Festivals „Goldstadt 250“ bei der Stadt Pforzheim, erzählt im GZ-Interview vom 2017 anstehenden Jubiläum „250 Jahre Schmuck, Uhren, Design aus Pforzheim“.

Mehr >>