Das Magazin für Schmuck und Uhren

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Foto: Studio van Leuveren

Ein wohnliches Ambiente schafft der Ladenbauer Möbel & Raum mit seinen Einrichtungskonzepten

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Schöne neue Einkaufswelten

Der Fachhandel erlebt zurzeit eine wahre Revolution.

In atemberaubender Geschwindigkeit wird die Konsumwelt ­digitalisiert. Der Juwelier 2.0 verknüpft seine stationäre Erlebniswelt gekonnt mit E-Commerce-Lösungen.


Neue Formate und damit neue He­rausforderungen sowie Chancen kommen auf den Ladenbau zu. Die Idee, dass der Online-Handel und der stationäre Einzelhandel getrennte und sogar gegensätzliche Handelsformen sind, ist längst nicht mehr aktuell. Nun zeigt eine Studie von DigitasLBi, wie wirkungsvoll eine Verknüpfung beider Kanäle ist. Gerade der stationäre Handel gewinnt durch ein digitales Angebot.

Online-Handel und stationärer Einzelhandel ergänzen einander – das ist eine eher neue Erkenntnis der Branche, die die beiden Handelsarten lange Zeit als konkurrierend betrachtet hatte. Für stationäre Händler ist eine digi­tale Präsenz mittlerweile nahezu unabdingbar: Inzwischen informiert sich jeder fünfte Kunde auf Websites oder in Apps von Händlern, bevor er einkauft. Vor allem das Smartphone ist dabei ein Dreh- und Angelpunkt. Insgesamt 77 Prozent der Internet-User nutzen das Smartphone beim Einkauf als Informationsquelle, 28 Prozent kaufen direkt über das Gerät ein.

„Der Einzelhandel muss digitale Erlebniswelten aufbauen, um die Kunden zum direkten Kauf im Geschäft zu bewegen“, erklärt Anke Herbener von DigitasLBi im E-Commerce-Magazin. Denn: „Immer öfter findet der Kauf über Smartphones auch innerhalb der Geschäftsräume statt, wenn die Preisunterschiede gegenüber den Online-Händlern zu groß sind.“ Mehr als ­jeder zweite Kunde gab in der Studie an, dass er den stationären Handel häufiger besuchen ­würde, wenn er personalisierte Angebote auf sein Handy erhielte.

Aufpassen muss der stationäre Handel jedoch beim Preis: Ist der Preisunterschied zum Online-Handel zu groß, verliert der stationäre Handel. Bei einem Unterschied von fünf Prozent verlassen laut E-Commerce-Magazin bereits 53 Prozent der Männer und 48 Prozent der Frauen das Geschäft. Ist das Angebot im Internet 20 Prozent günstiger, kehrt sogar jeder Kunde dem Stationärgeschäft den Rücken.

Insgesamt 77 % der Internet-User

nutzen das Smartphone beim Einkauf als Informationsquelle

Stores im Omnichannel-Zeitalter

Omnichannel-Services werden zu einem festen Bestandteil von Store-Konzepten, das Trading-up im Marktauftritt des Handels setzt sich weiter fort, und immer mehr Online-Händler eröffnen stationäre Geschäfte, so die wichtigsten Ergebnisse aus der jüngsten EHI-Studie „Der Store im Omnichannel-Zeitalter“.

Um sich gegenüber der Konkurrenz aus dem Internet besser zu positionieren, investieren viele stationäre Händler in das, was der Online-Handel nicht bieten kann: attraktive Store-Konzepte, die das Einkaufen zum Erlebnis machen. Je höherwertiger das Angebot, desto wichtiger wird das Ambiente, welches dem Kunden auch Identifikation stiftet. Über 80 Prozent der vom EHI befragten Handels- und Ladenbauunternehmen bestätigten dies. Über die Hälfte der befragten Handelsunternehmen (52,6 Prozent) setzt daher verstärkt individuelle Einrichtungselemente ein. Knapp zwei Drittel rechnen zudem mit einer Verkürzung der Renovierungszyklen – bei einer zugleich unverändert hohen Investitionsbereitschaft im Handel. Über 70 Prozent der Händler planen mit einem Anstieg ihrer Ladeninvesti­tionen von bis zu 10 Prozent.

Online bringt zusätzliche Umsätze

Der Kunde will beides: online und stationär. Deshalb betreibt schon heute jeder zweite der 1000 größten Onlineshops auch stationäre ­Geschäfte. Mit weiteren Neueröffnungen von Online-Händlern ist aus Sicht von 86 Prozent der befragten Händler zu rechnen. Um Kunden eine positive Einkaufserfahrung mit fließenden Übergängen zwischen den einzelnen Kanälen bieten zu können, ist deren gekonnte Vernetzung nötig. Von den Omnichannel-­Services sind vor allem Instore-Order und -Return sowie Click & Collect bei über 40 Prozent der Händler implementiert und bei rund einem weiteren Drittel in Planung. Click & Col­lect führt bei vielen Unternehmen zu teils deutlichen Umsatzzuwächsen. 41,7 Prozent der Händler stellen ein Umsatzplus in Höhe von mindestens 10 Prozent des online bestellten Warenwerts fest. Weitere 25 Prozent verzeichnen einen Zuwachs von fast 20 Prozent durch Impulskäufe beim Abholen der Ware.

Für die Ladenplanung bringt diese Vernetzung der Kanäle neue Herausforderung mit sich. Hier sollten die im Geschäft Verantwort­lichen für den Internetauftritt eng mit dem ­Ladenbauer zusammenarbeiten und gemeinsame Strategien überlegen. Immerhin ist der beratende Fachhandel laut einer aktuellen Hochrechnung des Bundesverbandes der Juwe­liere BVJ beim Verkauf von Uhren und Schmuck mit über 80 Prozent Marktanteil (Wertbasis) noch in der Poleposition. Lediglich sieben Prozent der Branchenumsätze entfallen auf Internet-„Pure Player“.

Text: Axel henselder

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