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LVMH & Tiffany: Rosenkrieg geht weiter

LVMH & Tiffany

Der mit 16,2 Milliarden US-Dollar größte Deal in der Geschichte der Luxusgüterbranche scheint nicht unter einem guten Stern zu stehen. Kann die Übernahme von Tiffany durch LVMH gerichtlich erzwungen werden?
 
Es gleicht einem Rosenkrieg – und zwar, bevor die Ehe geschlossen wurde. Soviel ist sicher: Eine Hochzeit im Himmel wird es nicht – wenn sie überhaupt stattfindet. Erst reichte Tiffany Klage gegen LVMH ein wegen der Absage der Übernahme zum vereinbarten, aufgrund der Pandemie bereits verschobenen Termin am 24. November und vertröstete auf den 6. Januar 2021. Man unterstellte dem französischen Luxuskonzern, nur eine Vorwand zu suchen, um von dem Deal endgültig Abstand zu nehmen. LVMH begründete die Entscheidung mit drohenden Strafzöllen der Amerikaner auf französische Luxusartikel. Dann klagte LVMH wiederum gegen Tiffany, da man sich aufgrund der schwachen Geschäftszahlen getäuscht fühlte und unterstellte dem Nobeljuwelier Missmanagement in der Krise. Nun teilte der französische Luxusgüterkonzern am vergangene Freitag mit, er habe die kartellrechtliche Erlaubnis bei der Europäischen Kommission beantragt und rechne mit einer Zusage bis zum 24. November. Kartellrechtliche Zusagen aus acht weiteren Ländern lägen bereits vor. Beobachter fragen sich, was das Hickhack soll. Experten vermuten, LVMH wolle damit nur pro forma die Vertragsbedingungen mit Blick auf den anstehenden Prozess in den USA erfüllen. Dumm nur, dass der Prozessbeginn der von Tiffany anhängige Klage gegen LVMH nicht wie gewünscht zum 24. November 2020, sondern erst für den 5. Januar 2021 terminiert ist. Solange sind dem US-Juwelier aufgrund der Übernahmevertragsklauseln die Hände gebunden und das Unternehmen kann keine Verträge schließen oder Investitionen tätigen. „Ein Prozess am 5. Januar 2021 wird hoffentlich zu einer Entscheidung führen, bevor die Kartellfreigabe der USA am 3. Februar ausläuft, und uns in die Lage versetzen, unser Unternehmen und unsere Aktionäre zu schützen“, so Roger Farah, Vorsitzender des Tiffany-Verwaltungsrates. LVMH äußerte sich gleichfalls zu der Entwicklung: „LVMH ist sehr zuversichtlich, Tiffanys Anschuldigungen widerlegen und den Gerichtshof davon überzeugen zu können, dass die für die Übernahme von Tiffany erforderlichen Bedingungen nicht mehr gegeben seien. In diesem Zusammenhang wird LVMH in den kommenden Monaten dem amerikanischen Justizsystem zeigen, dass das Missmanagement von Tiffany während der Covid-19-Krise einen wesentlichen nachteiligen Effekt darstellt.“ LVMH argumentiert nach wie vor mit einem möglichen Handelskonflikt zwischen den USA und Frankreich und dass die angeblich schwache Geschäftsentwicklung bei Tiffany den Rückzug rechtfertigt. Man darf gespannt sein, ob es zu einer Zwangsheirat kommt, oder, ob eventuell hohe Entschädigungszahlungen an die Tiffany-Aktionäre fällig werden. Denn die Franzosen hatten 135 US-Dollar je Aktie geboten, jetzt liegt der Kurs um 17 Prozent darunter.

 

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