Das Magazin für Schmuck und Uhren

Wirtschaft

iStock.com/bowie15

| Wirtschaft

Luxusgüter: Experten prognostizieren langsame Erholung

Luxusgüter

Bis 2022 wird es dauern, um das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen, und bis 2025, bis die alten Wachstumsraten wieder erreicht werden, so eine Einschätzung der Unternehmensberatung Bain & Company und des italienischen Luxusgüterverbands Fondazione Altagamma.

Reisebeschränkungen, geschlossene Geschäfte und die Angst vor einer Rezession, so Michael Nagle vom Bloomberg, haben das Geschäft mit Luxusgütern seit Jahresbeginn stark beeinträchtigt. In den ersten drei Monaten 2020 ist der weltweite Umsatz mit persönlichen Luxuswaren bereits um ein Viertel eingebrochen, und die Aussichten für das Gesamtjahr sind düster: Abhängig von Dauer und Umfang der Lockdown-Maßnahmen weltweit könnte der Luxusgütermarkt in diesem Jahr um bis zu 35 Prozent schrumpfen, so lautet die jüngste Einschätzung der Unternehmensberatung Bain & Company und des italienischen Luxusgüterverbands Fondazione Altagamma in ihrer „Luxury Goods Worldwide Market”-Studie. Zudem sei der Untersuchung zufolge mit einer langsamen Erholung zu rechnen. Die Hersteller hochpreisiger Uhren werden von den Folgen der Pandemie besonders hart getroffen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Aktienkursen der beiden Schweizer Uhrenfirmen Richemont und Swatch wider. Seit Jahresbeginn haben die Papiere der beiden Luxusgüterfirmen deutlich höhere Verluste verbucht als der Gesamtmarkt. Während der Swiss-Market-Index um gut 10 Prozent gefallen ist, haben die Titel von Richemont 32 Prozent verloren, die Swatch-Papiere sind sogar um 36 Prozent eingebrochen. Die Umsätze des Luxusgüterkonzerns LVMH (Moët Hennessy Louis Vuitton) sind im ersten Quartal 2020 um 17 Prozent zurückgegangen. Die Swatch Group hat ihre angekündigte Dividendenkürzung umgesetzt, um ihre Liquidität zu sichern. Uhrenhersteller leiden in Krisen mehr als die übrigen Luxussegmente. Anders als Kleider oder Lederwaren werden Uhren vor allem in Fachgeschäften vertrieben – auch der Onlinehandel spielt bei Luxusuhren im Vergleich zu anderen Luxusgütersegmenten noch eine kleine Rolle. Im ersten Quartal sind die Schweizer Uhrenexporte um 7,5 Prozent zurückgegangen. Viele Banken haben ihre Empfehlungen und Kursziele für die Dividendentitel von Richemont und Swatch entsprechend angepasst. Die weiteren Aussichten für die Luxusgüterbranche sind aufgrund der Pandemie unsicher. Die Sorge über eine zweite Infektionswelle sowie die wirtschaftliche Schwäche werden den Konsum sicher bremsen. So dürfte frühestens 2022 der Umsatz wieder Vorkrisenniveau erreichen. Auf das Gesamtjahr betrachtet wird der Luxusgütermarkt je nach Dauer und Umfang der jeweiligen Lockdown-Maßnahmen um 20 bis 35 Prozent schrumpfen. „Der Luxusgütermarkt wird sich zweifelsohne erholen”, ist Bain-Partner und Luxusgüterexperte Oliver Merkel überzeugt. „Allerdings wird sich die Branche tiefgreifend verändern.”  „Die schnelle weltweite Verbreitung des Corona-Virus hat zu einer Vollbremsung in allen Kernmärkten geführt”, erklärt Bain-Managerin und Konsumgüterexpertin Marie-Therese Marek. „Der Flugverkehr ist wegen der weltweiten Grenzschließungen weitgehend zum Erliegen gekommen, deshalb sind auch die wichtigen Einnahmen durch Luxuseinkäufe von Reisenden an den Flughäfen weggebrochen. Gleiches gilt für die touristischen Ziele in Europa.” Neben den Uhren trifft die Krise besonders hart die Bekleidungs- und Schmuckhersteller. Denn durch die Ausgangsbeschränkungen und Veranstaltungsverbote entfallen festliche Anlässe, bei denen Abendkleider und Colliers getragen werden. Der Onlinevertrieb, der schon 2019 kräftig gewachsen ist, hat den Einbruch des Luxusgeschäfts bis zum jetzigen Zeitpunkt teilweise abgefedert. Während den Markenshops und großen Kaufhäusern aufgrund der angeordneten Schließungen Umsätze verloren gingen – und nach wie vor verloren gehen –, haben die Einkäufe im Internet zugenommen. Eine weitere Steigerung ist zu erwarten, da vor allem die junge Generation bevorzugt online shoppt. Bis 2025 werden auf den Onlinevertrieb voraussichtlich rund 30 Prozent des gesamten Branchenumsatzes entfallen. China hat seine Wirtschaft bereits schrittweise wieder hochgefahren. Die chinesischen Konsumenten werden auch in Zukunft entscheidend zur Erholung und zum Wachstum des Luxusgütermarkts beitragen. Bis 2025 werden rund die Hälfte aller Käufe von Chinesen getätigt werden. Festland-China wird dann etwa 28 Prozent des weltweiten Luxusumsatzes verbuchen. Derzeit sind es elf Prozent. Auf ihren gewohnten Wachstumspfad von jährlich rund sechs Prozent dürfte die gesamte Branche bis 2025 zurückgekehrt sein. Dann erwarten die Bain-Experten einen weltweiten Luxusgüterumsatz von 320 bis 330 Milliarden Euro. „Es hängt nicht zuletzt von den strategischen Entscheidungen der Markenhersteller ab, wie schnell der Markt zu seiner alten Dynamik zurückfindet”, betont Bain-Partner Merkel. Die Unternehmen müssten jetzt nicht nur kurzfristig im Krisenmodus funktionieren, sondern auch Strategien für die Zeit nach Corona vorbereiten. „Das reicht von der Produktkreation bis hin zum Vertrieb und schließt die Lieferketten ebenso ein wie das Marketing und die Interaktion mit den Kunden”, so Merkel. So könne es den Luxusmarken gelingen, die Kunden wieder zurück in die Geschäfte zu locken.

 

Zurück

| Wirtschaft

Deutsche Schmuck- und Uhrenindustrie schrumpft

Bundesverband Schmuck + Uhren

Der Bundesverband Schmuck + Uhren, Pforzheim berichtet von starken Einbrüchen bei den Im- und Exporten der deutschen Schmuck- und Uhrenindustrie im zweiten Quartal.

Mehr >>

| Wirtschaft

ifo Geschäftsklimaindex erneut gestiegen

ifo Geschäftsklimaindex

Die Stimmung unter den Unternehmenslenkern ist weiter im Aufwind. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im August auf 92,6 Punkte gestiegen, nach 90,4 Punkten im Juli. Allerdings bleibt der Handel eher pessimistisch.

Mehr >>

| Wirtschaft

Silber legt zu

Silberpreis

Der Silberpreis legte in der vergangenen Woche zu, obwohl die US-Notenbank Fed zuvor Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Erholung in den USA bekundete und keine weiteren geldpolitischen Stimuli ankündigte.

Mehr >>

| Wirtschaft

Stabile Goldnachfrage in China?

Goldnachfrage

Obwohl der Goldpreis im Juli ein Rekordhoch erreichte, blieb in China die Goldnachnachfrage stabil, berichtet Heraeus.

Mehr >>

| Wirtschaft

Dein-Juwelier.de startet Social Media Kampagne

Dein-Juwelier.de

Um die lokalen Juweliere vor Ort zu stärken, startet Dein-Juwelier.de ein Instagram- und Facebook Kampagne für seine Händler.

Mehr >>

| Wirtschaft

HDE erneuert Forderung nach Innenstadtfonds

Einzelhandel

Angesichts drohender Insolvenzen im innerstädtischen Handel durch die Corona-Krise erneuert der Handelsverband Deutschland (HDE) seine Forderung nach Unterstützung von Kommunen und Handel, um einer Verödung des Standortes Innenstadt entgegenzuwirken.

Mehr >>

| Wirtschaft

RJC: Code of practice in Deutsch

RJC

Der Bundesverband Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e.V. (BVSU) hat in Absprache mit dem Responsible Jewellery Council eine Übersetzung der RJC-eigenen Standards „Code of Practices“ (COP) und „Chain-of-Custody“ (CoC) vorgenommen. Sie stehen den Mitgliedern des Bundesverbandes ab sofort kostenfrei zur Verfügung.

Mehr >>

| Wirtschaft

Quickstart Online hilft Händlern bei Digitalisierung

Händler helfen Händlern

Der Handelsverband Deutschland (HDE), die Initiative „Händler helfen Händlern“ und Amazon starten eine gemeinsame Initiative zur Digitalisierung bislang stationärer Einzelhändler.

Mehr >>

| Wirtschaft

Schweizer Uhrenindustrie: Niedergang verlangsamt sich

Schweizer Uhrenindustrie

Trotz steigender oder stabiler Schlüsselmärkte gingen die Schweizer Uhrenexporte im Juli insgesamt weiter deutlich zurück, berichtet der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH. Der Abschwung fiel jedoch nur halb so hoch aus wie noch im Juni.

Mehr >>

| Wirtschaft

Goldpreis erholt sich

Goldpreis

Nach einem der größten Kursrückgänge innerhalb eines Tages erholte sich der Goldpreis vergangene Woche, berichtet Heraeus.

Mehr >>