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Lockdown 2.0: Ist das wirklich nötig?

Kommentar

Seit heute sind Gaststätten, Hotels, Kinos und Theater wieder geschlossen. Der zweite Lockdown soll den kompletten November andauern. Dazu ein Kommentar von Axel Henselder, Mitglied der Chefredaktion der GZ. 

Nun befindet sich Deutschland wieder in Schockstarre. Lockdown Light wird er euphemistisch tituliert, da unter anderem die Geschäfte im Unterschied zum Frühjahr weiterhin geöffnet bleiben dürfen. Faktisch ist es ein knallhartes Herunterfahren des öffentlichen Lebens, das ziemlich sicher viele Existenzen ruinieren wird. Denn, in einer menschenleeren, verödeten City vermag wohl kaum Shopping-Lust aufkommen. Die meisten Weihnachtsmärkte wurden bereits abgesagt, auch hier sind also keine Impulse für die Frequenz zu erhoffen. Zudem ist die Stimmung aufgrund der apokalyptisch anmutenden Bedrohungsszenarien nun vollends verhagelt, wie die jüngsten Konsumentenbefragungen belegen. 

Klar ist auch: Angesichts der steigenden Infektionszahlen musste die Politik handeln. Doch sind die Maßnahmen wirklich sinnvoll? Es schimmert die Hilflosigkeit der Berliner Politik durch, die händeringend versucht, wieder Kontrolle über das Geschehen zu erlangen – die sie unter anderem aufgrund des Gerangels mit den Landesfürsten um einheitliche Regeln verloren hatte. Durch keine medizinische Studie ist belegt, dass gerade über die Gastronomie oder Kulturveranstaltungen besondere Infektionsrisiken ausgehen. Zumal alle Protagonisten mittlerweile über ausgeklügelte Hygienekonzepte verfügen, die sich bewährt haben. Es ist ein Stück weit Symbolpolitik, um die Bevölkerung zur Einschränkung ihrer sozialen Mobilität zu zwingen. Der mündige Bürger genießt scheinbar bei vielen Politikern keinen hohen Stellenwert. Top-Virologen wie Hendrick Streeck von der Universität Bonn sowie Jonas Schmidt-Chanasit von der Universität Hamburg und KBV-Chef Andreas Gassen halten die pauschalen Lockdown-Regelungen nicht für zielführend. Man sehe im Ausland aber auch am Beispiel des Landkreises Berchtesgaden, der seit zwei Wochen runter gefahren ist, dass diese Maßnahmen die Zahl der Neuinfektionen nicht deutlich nach unten drücken. Abgesehen davon kann man nicht alle vier Wochen das komplette Land runterfahren. Bundesgesundheitsminister Jens  Spahn scheint mit seinen Äußerungen uns auf solch ein Szenario mit „Monaten der Einschränkungen und des Verzichts“ bereits einschwören zu wollen. Anders als beim ersten Lockdown im März und April ist das rettende Frühjahr, wenn sich die Infektionslage aufgrund des vermehrten Aufenthalts im Freien beruhigt, dieses Mal noch in weiter Ferne. Die kritischen Experten wie Streeck setzen daher mehr auf Gebote denn Verbote, auf Appelle an die Vernunft der Bevölkerung, den verstärkten Schutz für Angehörige der Risikogruppen sowie des medizinischen Personals. 

Das Virus wird uns ganz sicher noch einige Zeit begleiten, selbst wenn es im Frühjahr bereits einen Impfstoff geben sollte. Bis dieser der breiten Bevölkerung zur Verfügung steht und sie durchgeimpft ist, vergeht noch viel Zeit. Der Tanz mit dem Virus gleicht einem Marathon. Den kann man nicht mit wiederkehrenden Vollbremsungen gewinnen. Denn diese führen mit Sicherheit zu bleibenden Schäden für die Gesellschaft, die Wirtschaft und unsere Kultur. Ob die Zwangsstopps im Kampf gegen COVID-19 helfen ist hingegen fraglich.

 

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