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Indiens Diamantindustrie unter Druck

Diamantmarkt

Der Umsatz der indischen Diamantschleifereien wird im laufenden Geschäftsjahr zum 31. März 2021 um bis zu 32 Prozent auf 13 bis 15 Milliarden US-Dollar nachgeben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr, welches ebenfalls bereits schwach war, lagen die Umsätze bei 19 Milliarden US-Dollar.

Der Druck auf die Schleifereien, Lagerbestände abzubauen, wird zunehmen, so Expertenschätzungen. Das wird auch Druck auf die Preise ausüben. Das vergangene Jahr war bereits negativ für den indischen Diamantenhandel: Die Einnahmen gingen im Geschäftsjahr, welches zum 31. März 2020 endete, um rund 21 Prozent zurück, verglichen mit rund 24 Milliarden US-Dollar in den 12 Monaten zuvor. Die globale Pandemie hat die Situation nun verschärft, stellte Crisil fest, eine Tochtergesellschaft der US-amerikanischen Kreditagentur S & P Global. Indiens Exporte an geschliffenen Steinen in die USA und in die EU, die mehr als 45 Prozent der Gesamtmenge ausmachen, gingen im Februar gegenüber dem Vorjahr um 41 Prozent zurück und sind seitdem in den freien Fall übergegangen. Die Nachfrage nach Diamanten, Schmuck und Uhren ist auch in Hongkong und China stark geschrumpft, welche einen ähnlichen Anteil an Indiens Auslandslieferungen ausmachen. „Dies führte zunächst dazu, dass die Preise bei verschiedenen Diamantschliffen im März um durchschnittlich sieben Prozent fielen, während die Lagerbestände im ersten Quartal 2020 um 15 bis 20 Prozent stiegen“, sagte Subodh Rai, Senior Director bei Crisil. Die Analyse wurde anhand von Informationen von 114 Diamantenexporteuren erstellt, die mehr als 30 Prozent der Branche repräsentieren. Der Cashflow hat ebenfalls gelitten, da die Zahlungen für Waren, die an chinesische Kunden gesendet wurden, im Februar aufgrund des Auftretens des Virus in dieser Region zurückgingen, berichtete Crisil. Seit März haben indische Zulieferer nur etwa 25 bis 30 der fälligen Zahlungen von ihren Kunden weltweit erhalten. Infolgedessen könnten indische Unternehmen Schwierigkeiten haben, Kredite zurückzuzahlen, die sie zur Finanzierung von Sendungen aufgenommen haben, obwohl die Banken im Land die Zahlungsfristen um 60 bis 90 Tage verlängert haben. Vertreter der Schmuckindustrie haben versucht, die Auswirkungen auf Lagerbestände und Liquidität zu begrenzen. Sie forderten die Banken auf, den Kreditnehmern bessere Konditionen anzubieten, und verlangten von den Diamantenproduzenten, den Import von Rohsteinen für einen Monat einzustellen. De Beers reduzierte seine Produktionsaussichten für 2020 um sieben Millionen Karat, was teilweise auf die schwächeren Handelsbedingungen zurückzuführen war, und stornierte die für Ende März und Anfang April geplante Sicht wegen der Schwierigkeiten bei der Anreise sowie der eingeschränkten Lieferlogistik. Soviel ist sicher: Für die Schleifereien wird dieses Jahr mit riesigen Verlusten enden. Und, es ist der Lackmustest für ihre Kreditwürdigkeit. Nun kommt es darauf an, wie schnell sich die Weltwirtschaft und insbesondere die Luxusgütermärkte wieder erholen und die Händler wieder zahlungsfähig werden. Unter der Annahme, dass die Pandemie im Juni nachlässt und sich die Handelskanäle im nächsten Quartal normalisieren, geht Crisil davon aus, dass sich die Nachfrage in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres wieder beleben wird.

 

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