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Edelsteinbörse

Der Markt bleibt angespannt

Der Markt für funkelnde Juwelen ist zweigeteilt. Manche Steine wie Turmaline sind kaum noch zu bekommen, die Preise verharren auf Höchstniveau. Das Diamantgeschäft bleibt hingegen schwierig. Das berichtet das jüngste Börsen-Bulletin der Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein.


 

DIAMANTEN


ROHDIAMANTEN
Die Lage auf dem Rohdiamanten-Markt hat sich nach den fast ununterbrochenen Preiserhöhungen in der Vergangenheit insofern leicht entspannt, als eine Reihe von Direktbeziehern zu Beginn des Jahres ihre Sichten wegen zu hoher Preise zurückgehen ließen. De Beers erlaubt seinen Abnehmern (Sightholders) sogar, bei der Juli-Sichtung 25 Prozent der Zuteilung zurückzugeben. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass derzeit für viele Diamantschleifereien eine auch nur kostendeckende Produktion nicht möglich ist. Nach wie vor ist es schwierig, geeignete Rohsteine zu akzeptablen Preisen zu finden.

GESCHLIFFENE DIAMANTEN
Der deutsche Markt lief im ersten Halbjahr in eher ruhigen Bahnen bei bescheidener Nachfrage. Preiserhöhungen – insbesondere bei den besseren Qualitäten – sind auf den zeitweilig schwächeren Kurs des Euro zum US-Dollar zurückzuführen

Malachit

OPAKE STEINE


LAPISLAZULI
Die Preise für Rohware sind in den letzten zwölf Monaten buchstäblich explodiert, vor allem bei „alter- Minen“-Qualität, für die die Nachfrage in erster Linie besteht.

ACHATE
Alle Bestellungen können bedient und entsprechende Anfertigungen problemlos gefertigt werden.

MALACHITE
Die laufenden Aufträge können aus Beständen abgedeckt werden. Die allgemeine Nachfrage ist verhalten.

TIGERAUGE
Es ist genügend Material am Lager, um den Bedarf zu decken. Gleiches gilt auch für Falkenauge blau und blau/gelb.

RHODOCHROSITE
Die Nachfrage besteht überwiegend im asiatischen Markt. Es werden Ketten in Anfangspreislagen produziert. Feine transparente Ware ist schwer zu finden und wird immer wieder von Liebhabern gesucht.

TÜRKISE
Auch beim Türkis-Rohmaterial haben sich die Preise vervielfacht. Es fehlt in allen Qualitäten Material, seit die Mine in Arizona nicht mehr betrieben wird. Die Nachfrage ist groß.

 

Opal (l.), Peridot
Stufe A Hoher Farb- und Reinheitsgrad, Stufe B Mittlerer Farb- und Reinheitsgrad, Stufe C Geringer Farb- und Reinheitsgrad

OPALE


AUSTRALIEN

Südaustralien
Die Opalsuche auf den Feldern Südaustraliens verläuft nach wie vor auf einem sehr niedrigen Stand. Es sucht nur noch aktiv eine Handvoll Opalgräber auf den Feldern um Coober Pedy. Dementsprechend ist die Ausbeute sehr gering. Auch von den anderen Feldern Südaustraliens – Mintabie, Lambina und Andamooka – kommt nach wie vor kaum Rohmaterial.

Queensland
Die Nachfrage nach Boulderopalen ist stark gestiegen. Da auch in Queensland nur noch wenige Opalsucher unterwegs sind, wird nur wenig Rohmaterial gefördert. Schöne Qualitäten mit leuchtenden Farben sind relativ selten am Markt zu finden. Die kommerziellen preiswerteren Steine sind noch ausreichend vorhanden, wobei die Preise aber tendenziell etwas angestiegen sind. Auch bei den beliebten Yowah-Nüssen und Koroit-Matrix-Opalen gibt es Rückgänge bei der Produktion. Trotzdem versucht der Handel, das Preisgefüge noch stabil zu halten.

New-South-Wales
Es gibt wieder etwas mehr Minen-Aktivitäten auf den Opalfeldern um Lightning Ridge. Es kommen so ein paar Neufunde auf den Markt, deren Qualität aber abzuwarten bleibt. Vereinzelt tauchen immer wieder feine Steine aus alten Lagerbeständen auf dem Markt auf. Nach wie vor ist der Schwarzopal sehr begehrt und die Preise sind unverändert hoch.

MEXIKO
Es wurden vereinzelt rote opalisierende Feueropale in sehr guter Qualität gefunden. Tendenziell gibt es aber immer noch wenig neue Rohware an opalisierenden Feuer- und Wasseropalen. Auch schöne Opale mit Farbenspiel im Muttergestein (Feueropalmatrix) fehlen. Die geförderte Menge Rohsteine für Facettierware ist relativ gleichbleibend, wobei die Preise aufgrund der großen Nachfrage gestiegen sind.

ÄTHIOPIEN
Aus Äthiopien kommen nach wie vor weiterhin große Mengen an hydrophanen Opalrohsteinen, die ausreichend und relativ preiswert im Handel zu finden sind. Allerdings sind manche Partien nur eingeschränkt stabil und für Schmuckzwecke eher ungeeignet. Äthiopien versucht mittlerweile, die großen Steine selbst zu vermarkten.

 

PERLMUTT


AQUAMARINE
Große Muscheln sind rar geworden. Kleine und mittelgroße sind ausreichend im Markt erhältlich.

ROHSTEINE


AQUAMARINE
Die Nachfrage nach Rohsteinen ist da. Einige kleinere Partien kommen aus afrikanischen Ländern, können aber den Bedarf nicht komplett abdecken.

TSAVORITE
Die Beschaffung größerer Rohsteine ab fünf Millimetern ist äußerst schwierig. Kleine Steine in Größen zwischen einem und vier Millimetern sind ausreichend verfügbar.

TANSANITE
Die Preise für Tansanit-Rohware sind immer noch relativ hoch gegenüber der geschliffenen Ware – allerdings bezieht sich dies auf überwiegend mittlere Qualitäten. Sehr feines Material ist auch weiterhin stabil im Preis.

PERIDOTE
Zunehmend wird die Qualität der chinesischen Ware schlechter und die Preise für größere Steine sind angestiegen. Kleine Steine sind in ausreichenden Mengen vorhanden.

TURMALINE
Bei den Turmalinen ist die Situation nach wie vor schwierig. Rote und rosafarbene Steine werden angeboten, ein Großteil der Ware wird jedoch direkt von den großen Absatzmärkten wie China aufgesogen. Das Preisniveau ist extrem hoch und wird nicht mehr von allen Abnehmern akzeptiert, was auf Veränderungen in der nahen Zukunft hindeutet. Paraiba-Turmaline aus Mosambik werden vom internationalen Markt gut aufgenommen, bei stabil hohem Preisniveau. Bei sehr feiner Ware kann die Nachfrage nicht immer befriedigt werden. Bei feinen grünen Turmalinen ist das Angebot an Rohware mehr als unbefriedigend.

Fotos: iStockphoto (3), Shutterstock (1)

 


 

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