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Der Unmut wächst

Kommentar

Der Lockdown geht in die Verlängerung und ein Ende der Beschränkungen ist nicht in Sicht. Impfungen könnten die Rettung bringen, wenn es denn ausreichend Stoff dafür gäbe. Ein Kommentar zur aktuellen Situation von Axel Henselder. 

Unmut macht sich breit. Der Rosenheimer Sporthändler Udo Siebzehnrübl, der insgesamt fünf Intersport-Geschäfte in Oberbayern betreibt, droht trotz der beschlossenen Lockdownverlängerung seine Filialen am 11. Januar zu öffnen. Seine Ankündigung sorgt für Aufsehen, auch wenn der mittlerweile von der Öffnung seiner Geschäfte aus Angst, von rechten Querdenkern vereinnahmt zu werden, Abstand genommen hat.  Seine Drohung lenkt aber die Aufmerksamkeit auf ein echtes Problem. Der stationäre Einzelhandel ist eine der Branchen, die besonders unter dem Lockdown leidet und die bislang von den versprochenen Hilfen nur wenig bis gar nichts gesehen hat. Was des Fachhändlers Leid ist des Online-Anbieters Freud´. Während manche Fachhandelsbranchen laut dem Statistischen Bundesamt destatis Umsatzrückgänge von weit über 20 Prozent im abgelaufenen Jahr verbuchten, konnte der Internet- und Versandhandel um 23,4 Prozent zulegen. Den Innenstädten droht die Verödung. Viele Geschäftsinhaber haben daher die Nase gestrichen voll – sie sind weder Querdenker noch Corona-Leugner. Aber nichts weniger als ihre wirtschaftliche Existenz steht auf dem Spiel. Zumal SPD-Politiker Lauterbach den Lockdown in Deutschland solange verlängern will, bis die Inzidenzzahl auf 25 gesunken ist. In Deutschland liegt diese Zahl momentan bei 141,2. Das würde laut Expertenschätzung bis weit ins Frühjahr hinein dauern. Bis dahin hat man die meisten Kunden endgültig vom Einkaufsbummel entwöhnt. 

Überhaupt scheint ziviler Ungehorsam zuzunehmen, schaut man auf den Andrang in den Wintersportgebieten. Zumal die Hoffnungen auf eine schnelle Lösung durch Impfungen sich momentan zerschlagen. Es ist sicher ein hehrer Ansatz und entspricht auch dem europäischen Gedanken, die Bestellungen der Impfungen der EU-Kommission zu übertragen, um Gemeinschaftssinn gegen die nationalen Interessen durchzusetzen. Doch in den Brüsseler Mühlen geriet der Bestellvorgang zu einem Fiasko. Viel zu spät wurden viel zu wenige Impfdosen von den falschen Herstellern geordert. Frankreich wollte nicht alles den Deutschen überlassen und drängte auf Berücksichtigung des heimischen Herstellers Sanofi, der allerdings noch lange nicht soweit war. Die osteuropäischen Länder forderten, dass der Impfstoff nicht zu teuer sein dürfe und zudem leicht zu handhaben. Das Ergebnis: Es wurde viel zu wenig Impfstoff bestellt, vor allem von den vielversprechendsten Kandidaten von Biontech und Moderna. Der Chef des Mainzer Unternehmens Biontech, Ugur Sahin, zeigt sich denn auch erstaunt über die zögerlichen Impfstoff-Bestellungen der EU. Bereits im Juni war Gesundheitsminister Jens Spahn klar, dass die EU wohl nicht in der Lage ist, rechtzeitig genug Impfstoff zu beschaffen. Doch Kanzlerin Angela Merkel setzte unbeirrt auf die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die bereits als deutsche Verteidigungsministerin kein wirklich gutes Bild abgeben hatte. 

Ein weiterer Skandal: Erst seit Mittwoch ist mit dem Vakzin von Moderna in der EU ein zweiter Impfstoff zugelassen worden. In vielen anderen Ländern kommt er längst zum Einsatz.

Und die Liste des staatlichen Versagens ist leider noch länger: Bislang sind 1,3 Millionen Biontech-Dosen ausgeliefert worden. Verimpft sind davon aber erst gut 300.000. Nun, die Impfzentren sind an den Wochenenden und Feiertagen sowie nachts nicht besetzt. Und die Hotline für Auskünfte und Anmeldung zu den Impfungen funktioniert gleichfalls nicht. Eile mit Weile? Angesichts der vielen Toten und Schwerkranken ist das bürokratisch langsame Vorgehen fast schon zynisch. Nicht zu vergessen die Folgen für die Wirtschaft. Daher sollten jetzt beherzt und unbürokratisch Lösungen gefunden werden und notfalls muss Deutschland ohne große Diskussionen im Alleingang den notwendigen Impfstoff besorgen. Ansonsten droht die Pandemie in ganz Europa in die Verlängerung bis weit in den Herbst hinein zu gehen. Für den Einzelhandel sollte man nun kurzfristige Lockerungen andenken, zum Beispiel zwischen den verschiedenen Branchen rollierende Lösungen mit entsprechenden Zugangsbeschränkungen wie im Lebensmittelhandel. Damit können die Geschäfte den Draht zu ihren Kunden halten, ohne dass es in den Innenstädten zu voll wird.

 

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