Das Magazin für Schmuck und Uhren

Wirtschaft

Foto: Hannes Magerstaedt

| Wirtschaft

Das ist kein Schnupfen

Coronavirus

Wir stehen mit der Coronavirus Pandemie vor der größten Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg. Was das für uns als Mensch und als Unternehmer bedeutet und worauf es jetzt ankommt, dazu ein Kommentar der GZ-Chefredaktion.

 

Alle Räder stehen still. Die ganze Nation scheint wie gelähmt. Eine unheimliche Ruhe liegt über dem Land. Kaum Verkehr, kein geschäftiges Treiben in den Städten, viele Firmen lassen ihre Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten. Die Bänder großer Unternehmen stehen still. In einem dramatischen Appell wandte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwochabend, am Tag des Shutdowns der Geschäfte sowie angestrebten Lockdowns der Bevölkerung in einer Fernsehansprache an die Deutschen. Sie beurteilt die Coronakrise als die größte Herausforderung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und warnt davor, den Ernst der Lage zu verkennen. Tatsächlich ist die Gefahr durch das Coronavirus reine Mathematik: 80 Prozent der Infizierten zeigen nur leichte Symptome. Jeder fünfte erkrankt allerdings schwer und muss medizinisch behandelt werden. Bei 80 Millionen Bundesbürgern kann man sich leicht ausrechnen, was für eine Lawine auf die Krankenhäuser zukäme, wenn nichts unternommen wird, um die Zahl der Infektionen wenigstens einzudämmen und über einen längeren Zeitraum zu strecken. Das beste Gesundheitssystem der Welt könnte das nicht mehr in den Griff bekommen, wie man auch derzeit in Norditalien sieht. Das Virus wurde anfangs schlicht unterschätzt: Die Letalität ist wesentlich höher als bei einer Grippe. Es ist zudem infektiöser als Influenza. Und, die Ansteckung mündet viel häufiger in einer intensivmedizinischen Behandlung mit Beatmung. Das ist eindeutig kein Schnupfen.

Es sind vor allem die Älteren, Schwachen, Kranken, die Covid-19 besonders zusetzt. Es ist daher ein Akt der Solidarität, jetzt auf viele Freiheiten zu verzichten. Passenderweise sendete das ARD nach der Ansprache der Bundeskanzlerin den ersten Teil einer Serie unter dem Titel „Unsere wunderbaren Jahre“ über die Zeit des Wirtschaftswunders. Nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs berappelt sich Deutschland, wagt den Neuanfang. Der Film enthält zwei Botschaften für uns: Erstens handelt der Streifen von unserer Großeltern- und Elterngeneration, die durch das Virus heute am meisten gefährdet ist. Sie hat mit Zuversicht und Fleiß Deutschland zu dem gemacht hat, was es heute ist. Nun muss man alles unternehmen, um sie zu schützen. Zweitens zeigt der Plot, wie aus den Ruinen des Krieges neues Leben erwächst, man aus dem Nichts wieder etwas aufgebaut hat. Im Gegensatz zu damals liegt unsere Welt nach dem Abklingen der Pandemie ganz sicher nicht in Trümmern. Wir können direkt da anknüpfen, wo wir vor der Katastrophe standen. Die wirtschaftlichen Opfer, die die Gesellschaft jetzt bringen muss, sind sicher nicht klein. Und, vieles wird danach anders sein, auch in unserer Branche. Doch, das muss es uns wert sein.

Nicht alle Räder müssen in der verordneten Zwangspause stillstehen. Nutzen Sie die Zeit, um ihr Customer-Relationship-Management auszubauen. Halten sie über die digitalen Kanäle oder auch per Post und Telefon Kontakt zu ihren Kunden. Fragen Sie sie regelmäßig, wie es ihnen geht. Senden Sie Glückwünsche zu Geburtstagen und Hochzeitstagen oder andere Jubiläen, die Sie in Ihrer Kundenkartei vermerkt haben. Bieten Sie Serviceleistungen aus der Ferne an. Informieren Sie Ihre Kunden weiterhin über Neuheiten. Bauen Sie Ihre digitalen Absatzkanäle aus, denn alle Experten erwarten einen Boom beim E-Commerce.

Wie nach allen großen Einschnitten gibt es auch hier eine Zeit danach. Auf die gilt es sich jetzt vorzubereiten. Denn eins ist sicher: Die Menschen werden, wenn Sie sich wieder frei bewegen können und die Wirtschaft anläuft, vieles nachholen wollen. Eine unbändige Lebenslust wird sich Bahn brechen, wie nach allen großen Katastrophen. Das ist nur allzu menschlich und auch gut so.

Wir halten Sie mit der GZ auf allen Kanälen weiter auf dem Laufenden. Bleiben Sie gesund und optimistisch.

 

 

Zurück

| Wirtschaft

Corona-Regeln: HDE-Präsident appelliert an Verantwortungsgefühl

Coronaregeln

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen der letzte Tage mahnt der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser, wieder mehr Disziplin bei der Einhaltung der Coronaregeln an, um die Gefahr einer zweiten Pandemiewelle zu minimieren. Bei einem zweiten Lockdown seien viele Handelsunternehmen nicht mehr zu retten.

Mehr >>

| Wirtschaft

HDE-Konsumbarometer steigt weiter

HDE-Konsumbarometer

Wie schon in den vergangenen Monaten bleibt die Verbraucherstimmung auch im August nach dem starken Einbruch zu Beginn der Coronakrise auf Erholungskurs. Allerdings verlangsamt sich das Tempo des Anstiegs im Vergleich zum Vormonat, berichtet der Handelsverband HDE.

Mehr >>

| Wirtschaft

Viele Händler in Existenzgefahr

Einzelhandel

Noch immer erreichen die Umsätze in vielen Handelsunternehmen im Nicht-Lebensmittelbereich das Vor-Corona-Niveau nicht. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes sowie eine aktuelle Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter 500 Händlern.

Mehr >>

| Wirtschaft

ifo Institut: Aufstieg nach Nach beispiellosem Absturz

ifo Institut

Noch nie in der deutschen Nachkriegsgeschichte ist die Wirtschaftsleistung so stark eingebrochen wie im zweiten Vierteljahr, nun scheint sie sich zu fangen, berichtet das ifo Institut.

Mehr >>

| Wirtschaft

BVJ+UPS Capital: Partnerschaft für sicheren Versand

BVJ+UPS Capital

Der Versicherungs- und Versanddienstleister UPS Capital ist neuer Partner des Handelsverband Juweliere (BVJ). Die Partnerschaft umfasst den versicherten Versand hochpreisiger Produkte, maßgeschneiderte Leistungen, Termin- und Kostensicherheit sowie individuelle Betreuung.

Mehr >>

| Wirtschaft

GfK: Konsumklima erholt sich weiter

GfK: Konsumklima

Die deutschen Verbraucher lassen den Corona-Schock vom Frühjahr dieses Jahres mehr und mehr hinter sich. Während die Konjunkturerwartung erneut leicht ansteigt, legen sowohl Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung zum dritten Mal in Folge deutlich zu. Folglich prognostiziert GfK für August 2020 einen Wert von -0,3 Punkten und damit gut neun Punkte mehr als im Juli dieses Jahres (revidiert -9,4 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Juli 2020.

Mehr >>

| Wirtschaft

Langfinger: 2,4 Milliarden Euro Schaden

Einzelhandel

Über 2,4 Milliarden Euro Verlust durch Diebstähle im deutschen Einzelhandel gingen 2019 auf das Konto von unehrlichen Kundinnen und Kunden.

Mehr >>

| Wirtschaft

Silber überflügelt Gold

Heraeus

Der Silberpreis stieg in der vergangenen Woche auf über 22 $/oz an und erreichte damit den höchsten Stand seit sieben Jahren, berichtet Heraeus.

Mehr >>

| Wirtschaft

CIBJO Webinar: Ein Überblick über die Krise

CIBJO Webinar

Der Weltschmuckverband lädt am 30. Juli zu seinem letzten Webinar aus der Reihe Industry Voices vor der Sommerpause. Diesmal geht es um das Gesamtbild der Auswirkungen der Pandemie auf die Branche.

Mehr >>

| Wirtschaft

Gold auf Allzeithoch

Heraeus

Zum Wochenauftakt erzielte der Goldpreis mit über 1.944 US-Dollar die Feinunze ein Allzeithoch.

Mehr >>